Zur politischen Lage im Nahen Osten

2f225a470854db75abc3d79ca420bb4dUnterrichtsfrei, ausschlafen, keine Schule – So sahen die Schüler des 2.Semesters dem Elternsprechtag Ende letzter Woche entgegen.

Doch dann kam alles ganz anders: um 8:20 Uhr sollte ein Vortrag Dr. Johannes Gersters über Israel stattfinden, bei dem natürlich Anwesenheitspflicht herrschte. Allerdings begann die ganze Veranstaltung dann erst einmal mit einem Film über die Geschichte Israels. Nach einer Menge Informationen über die oft grausame Geschichte und die anhaltenden aktuellen Konflikte in diesem Gebiet hatten wir eine Wissensbasis, um dem Vortrag Dr. Gersters zu folgen.

Dr. Johannes Gerster ist seit 1999 Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel und engagiert sich in der Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Mit gemeinsamen Projekten versucht er Palästinenser und Israelis zum Dialog zu bringen.

Mit viel Witz, aber auch dem nötigen Ernst schilderte er uns seine Erfahrungen, die er in diesem nicht ganz ungefährlichen Land gemacht hat. Er sprach von dem geplanten Sicherheitszaun, den israelischen Siedlungen im Palästinensergebiet, dem von Generation zu Generation vererbten Rassenhass, Terror und dem ewigen Streit um Jerusalem.

Wen die Darlegung dieses ausweglos scheinenden Konflikts nicht fesselte, bewahrte Herr Dr. Gerster mit traurigen und erschreckenden Erfahrungen des Terrors vor dem Wegnicken. Als wir dann die Chance bekamen selbst Fragen zu stellen, wurde die Frage, die wahrscheinlich die meisten von uns in diesem Moment beschäftigte, gestellt: „Gibt es überhaupt Hoffnung auf eine Lösung dieses Konfliktes?“ Es gäbe sogar zwei Herangehensweisen, um den Konflikt zu entschärfen, erwiderte Herr Dr. Gerster zuversichtlich. Eine wäre, dies mit dem Aufbau der Wirtschaft, unterstützt von westlichen Kräften, zu erreichen. Denn immerhin beträgt die Arbeitslosenquote in palästinensischen Gebieten ca. 40 %. So könnte mit Wirtschaftshilfe die skeptische Haltung der Palästinenser dem Westen gegenüber gebrochen werden.

Eine andere Herangehensweise wäre es, den Dialog zu suchen und mit Hilfe von Projekten, wie sie Dr. Gerster durchführt, Israelis und Palästinenser an einen Tisch zu holen.

Als die Veranstaltung dann so gegen 12 Uhr zu Ende war, bereuten es wahrscheinlich die wenigsten, dass sie diesem Tag nicht ausgeschlafen konnten. Vor allem für die Teilnehmer der Studienreise nach Israel, die diesen Herbst stattfindet, war es eine einmalige Gelegenheit etwas über die Situation in Israel zu erfahren.

Zine Homburger | Knud Kamphues