Zu Gast in arabischen und jüdischen Familien

c1e257bb92cdfbc42032dda75bb60d1cSo wirklich konnte sich niemand von unserer Gruppe aus 24 Schülern, die von Frau Verbeet und Frau Hüßner begleitet wurde, etwas unter Israel, dem Land und dem Leben dort, vorstellen. Wir waren über Nacht geflogen und vor Aufregung hatten die Wenigsten geschlafen. Es begann mit einem Bad im See Genezareth bei Sonnenaufgang. Die ersten vier Tage verbrachten wir damit die Gegend im Norden Israels zu erkunden. Dabei durften natürlich die christlichen Stätten, wo Jesus sich aufgehalten haben soll, die Golanhöhen und Städte wie Akko und Nazareth nicht fehlen. Für die Nächte wohnten wir im Kibbutz Ein Harod in einer sehr angenehmen Atmosphäre. Wir waren aber nicht nur nach Israel gekommen, um touristische und christliche Stätten zu besuchen sondern auch, um ein wenig über das alltägliche Leben in diesem doch sehr einzigartigen Land zu erfahren. Deshalb waren wir alle sehr gespannt am Mittwoch, den 1.10 in die arabische Stadt Qalansua in der Mitte Israels zu kommen und dort unsere Gastfamilien, bei denen wir eine Woche wohnen sollten, kennen zu lernen. Das einzigartige an diesem Austausch war, dass wir Deutschen auf sowohl muslimisch-arabische Familien als auch jüdische Familien aufgeteilt wurden. Denn die jüdische Schule in Tel Mond, das sehr nah an Qalansua liegt und die arabische Schule in Qalansua richteten diesen Austausch gemeinsam aus. Als wir uns dann in den Familien etwas eingelebt und unsere Austauschpartner besser kennen gelernt hatten, fanden einige vom israelischen Bildungsministerium organisierte Workshops statt, in denen es um Werte und Identität ging; interessante Themen, um sie in einem Kreis von Christen, Moslems und Juden zu diskutieren. Auch hatten wir Deutschen hierbei die Gelegenheit unser Leben in den arabischen und jüdischen Familien zu vergleichen. Die in der arabischen Stadt wohnenden Mädchen hatten sehr viel weniger Freiheiten als die bei den jüdischen Familien, dafür eine auf Grund der ausgelassenen Lebensart der Araber die Chance diverse Tänze und Tanzstile kennen zu lernen. Während die Juden eine ähnliche Lebensweise haben wie wir Deutsche, lernen die Schüler in den arabischen Familien eine bislang unbekannte Kultur kennen. Ein mehrtägiger Ausflug nach Jerusalem war ein Höhepunkt unserer Reise. Das erste, was uns schon bei der Ankunft in Jerusalem auffiel, waren die vielen Orthodoxen Juden, die man aufgrund ihre Kleidung und Hüte leicht ausmachen konnte. Wir kamen zu einer Zeit der höchsten jüdischen Feiertage nach Jerusalem. Auch hier besichtigten wir natürlich den Tempelberg, stiegen auf den Ölberg und besuchten weitere christliche Stätten. Glücklich über ein wenig Freizeit, verbrachten wir die Nachmittage feilschend auf dem Bazar oder genossen den einmaligen Blick über Jerusalem von der Dachterrasse unseres Hotels. Nach einer anstrengenden, aber sehr schönen Wanderung in der Oase En-gedi, durften wir endlich selbst testen, ob das mit dem Liegen ohne Anstrengung im Toten Meer funktioniert. In 18 Tagen Israel haben wir nicht nur die wunderschöne Landschaft, bedeutungsvolle Stätten, Hummus, Baklava und Falafel lieben gelernt, sondern auch tolle Familien und das Leben in dieser doch fremden Kultur kennen gelernt.

Zine Homburger