Archiv für den Monat: Mai 2009

Literarisches Café

736d64622c409bee98654102c3f52236Wie viel „Ich“ braucht ein Mensch? Antworten im literarischen Café am 28.5.09, 19.30 Uhr
Selbstvergewisserung, Lebensmodell oder Profitsucht? Warum wird der Buchmarkt von Autobiographien, Biographien und Tagebüchern überschwemmt? Der Leistungskurs Deutsch 3 (Goletz) des zweiten Semesters taucht ein und stellt Beispiele vor von BUSHido bis Obama, Tagebuchklassiker wie Anne Frank und aktuelle Reisetagebücher etwa von Hape Kerkeling sowie die Internetvariante des Tagebuchs: einen Blog. Auch einen Ausflug in die bildende Kunst gibt es: Selbstporträts von van Gogh, Picasso und Vigée-Lebrun. Damit auch die Ohren etwas zu tun bekommen, werden uns Ben Esser und sein Klavier ein wenig schwindelig spielen. Interessant wird es allemal und vielleicht gibt es sogar eine Antwort auf die Frage: Wer werde ich morgen, wenn ich heute nicht bin, der ich gestern war?

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Flucht mit dem Moskau-Paris-Expreß

6251b363851b9b783e2174f72d77937160 Jahre Grundgesetz, 20 Jahre Deutsche Einheit:die Widerstandskämpferin Freya Klier berichtet in der ersten Stunde über ihre politischen Jugenderfahrungen als Gymnasiastin und Theaterstudentin, über die Verhaftung ihres Bruders und über ihre vereitelte Flucht nach Schweden und dem STASI-Knast. In der 2. Stunde präsentiert sie uns ihren bewegenden Film über Ost-Berliner Gymnasiasten, die einen Fluchtweg entdecken und teilweise auch in den Westen gelangen.
Dr. Meyer zu Natrup

Flucht mit dem Moskau-Paris-Expreß von Freya Klier
Der Film handelt von einer spektakulären Flucht von acht Gymnasiasten, die es 1964 schaffen von Ost- nach Westberlin zu gelangen. In einem Zeitraum von drei Wochen springen die Jungen aus einem Versteck in der Nähe des Bahnhofs Friedrichstraße auf den Moskau-Paris-Expreß auf. Dieser fährt jeden Abend um Punkt 20.53 Uhr scharf bewacht in Richtung Westen ab. Sie wollen dem politischen Druck entfliehen, der nach dem Mauerbau im August 1961 auf den DDR-Schulen lastet. Die Sache fliegt auf, als einer der Jungen beim Aufspringen stolpert. Sein Freund schleift ihn noch einige Meter mit, dann verlässt ihn die Kraft. Aus Angstspringt er die sieben Meter hohe Eisenbahnbrücke hinunter und bricht sich beide Beine. Die Folgen sind Stasi-Verhöre und ein halbes Jahr Haft. Als die Nachricht über die Flucht des Gymnasiasten an die Regierung gelingt, verschärfte man den politischen Druck auf allen Ostberliner Gymnasien. Durch einen Zufall finden die damals 17-Jährigen viele Jahre später wieder zueinander, einschließlich des Unglücksraben, dessen Flucht missglückte und jenen, die 1964 noch in Warteposition verharrten. Ein Großteil der Flüchtlinge hat es trotz harter Umstände geschafft ein glückliches Leben im Westen aufzubauen.

Alexander Szpotowicz und Victor Bieszka (Grundkurs GMK Meyer zu Natrup)