“Das verrückte Labyrinth” des Lebens

Welchen Weg soll ich gehen? Welche Weg-Entscheidung ist zielführend? Im Sinnbild des populären Gesellschaftsspiels „Das verrückte Labyrinth“ drückte die Abiturienta in ihrer Abschlussmesse am Donnerstag in der Gemeinde Herz-Jesu (Hamm) die aktuell betreffenden Nöte und Ängste beim Übergang in ein zunehmend selbst bestimmtes Leben aus. Den berechtigten Bedenken stellten die Schüler biblische Texte gegenüber, die den Geist der Freiheit atmen: Gottes Anruf an Abraham die vertrauten Verhältnisse zu verlassen sowie Jesu Rede gegen die depressive Sorge um den nächsten Tag. In seiner Predigt verwies Pater Adler darauf,dass dieser Geist der Freiheit unserer Glaubenstradition eng korrespondiere mit den elementaren Fragen neuzeitlicher Kritik der Urteilskraft, wie sie Kant formulierte: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Die Annahme von Grenzen der eigenen Erkenntnis, die Einsicht in die Notwendigkeit moralischen Handelns sowie das Vertrauen auf einen nicht verfügbaren Grund unserer Existenz bildeten die Essentials einer reifen Lebensgestaltung. In diesem Sinne sei der christliche Glaube hilfreich für den jetzt anstehenden Weg der Abiturienten durch das nicht selten verrückte Labyrinth des Lebens.

Jürgen Brinkmann,Beauftragter für die Seelsorge | kk 26.6.09