Archiv für den Monat: Juli 2009

Grenzen erfahren – Grenzen überwinden

Im Anschluss an den gestrigen Besinnungstag der 10.Klassen trafen wir uns heute um 09:10 Uhr am Berliner Tor um von dort aus nach Aumühle in den Kletterpark “Schnurstracks” zu fahren. In Aumühle angekommen mussten wir erst einmal einen halbstündigen Fußmarsch über Stock und Stein bewältigen. Als es dann auch noch anfing in Strömen zu regnen, war die Motivation einiger Schüler zunächst im Eimer. Gott sei Dank zeigte sich schon bald wieder die Sonne.

Die vier 10.Klassen durchliefen das Programm in unterschiedlicher Reihenfolge. Neben der Hauptattraktion, dem Klettern in 6 – 10 m Höhe, gab es auch noch Vertrauens- und Gemeinschaftsspiele. Einige Waghalsige und Abenteuerlustige versuchten sich sogar auf dem schwierigsten Kletterparcours. Trotz einiger Blasen an den Händen war es im Großen und Ganzen ein gelungener Tag um das vorangegangene Sozialpraktikum aufzuarbeiten.

Marie Thormann (10 b) | Katharina Skrowronek (10 a)

Brennstoffzelle – das schnellste Boot gewinnt

Im Rahmen unserer Physik-Nano-AG haben wir an dem Schülerwettbewerb „Brennstoffzelle – das schnellste Boot gewinnt“ teilgenommen. Einzige Bedingung für diese Wettfahrt war die Beschränkung des Energielieferanten. Der Motor durfte nur mit einer einzelnen Brennstoffzelle betrieben werden. Es begann vor den Frühjahreferien mit einer Einführungsveranstaltung im Zentrum für Schule und Unterricht (ZSU) in Klein-Flottbek. Nach den Frühjahrsferien erhielten wir unsere Brennstoffzelle, deren Funktionsweise noch keiner richtig kannte. Auch von den anderen Baugruppen eines Bootes hatten wir keine Ahnung. Es begannen etliche Testreihen. Wie liefert die Zelle ein Maximum an Leistung.? Welcher Motor läuft unter den Bedingungen, die die Zelle stellt am besten? Welche Antriebsschraube kann die Leistung möglichst günstig auf den Vortrieb im Wasser umsetzen? Welche Bootsform ist gut, günstig und einfach herzustellen? Welche Lager dicht gut, ohne große Reibungsverluste zu erzeugen? Wie sollte die Elektrik aufgebaut sein? Benötigen wir eine Fernsteuerung? Fragen über Fragen, die wir nach und nach beantworteten. Hierzu erstellten wir auch einen Bericht, der Voraussetzung zur Teilnahme am Rennen war.
Da ein gutes Boot nicht ausreicht, wenn die Mannschaft es nicht fahren kann, benötigten wir auch noch eine Teststrecke. In diesem 11 m langen Kanal wurden nicht nur die Zwischenlösungen getestet, hier fanden auch an den letzten Tagen vor dem Rennen die Startübungen statt. Wer betankt das Boot mit Wasserstoff und Sauerstoff, setzt es ins Wasser, wann werden die Gasventile geöffnet, Wann kann das Boot zum Start freigegeben werden? – Es hat sich gelohnt. Beide Läufe erbrachten eine Bestzeit von 20 s auf 10 m. Kein anderes Boot war so zuverlässig. Eine Gruppe aus Niendorf kam in ihrem ersten Lauf ebenfalls auf eine Zeit von 20 s, so dass wir uns den 1. Platz teilten. Die Siegerehrung findet am Dienstag, den 14.7.09 im Hamburger Rathaus statt. Cari L.

Mitgearbeitet haben: Johannes Daniel Georg Luisa Tonya Cari Ahad Babak Tim Tore Daniel

Aufgeriggt – Klassenfahrt auf Raumwindkurs

Im Zeitalter der Fernreisen zu Aldi-Preisen weht ja jedem Klassenlehrer, der eine pädagogisch wertvolle Unterrichtsauszeit plant, eine steife Brise in die vom Hamburger Arbeitszeitmodell ohnehin schon geröteten Augen. Wer dennoch gegen den Zeitgeistwind kreuzen will, dem helfen beim Aufriggen des Segels ein paar einfache Regeln:

1. Bewegen ist besser als Bewegt-werden.
Die Sonneninsel Fehmarn liegt vor der Haustür, warum also in der Ferne schweifen? Dort gibt es außer Sonne auch Strand, Wind, Wasser und Wanderwege – genug Auftrieb also für fünf Julitage Abenteuerurlaub mit einer sechsten Klasse, besonders, wenn man am Ende den Surfgrundschein des VDWS (Verband Deutscher Wassersport Schulen) erwerben kann.
Am besten, man quartiert sich in Strukkamp ein, denn dann kann man täglich 6 km zum Wulfener Hals wandern, wo die ausgezeichnete Surfschule in einem Campingplatz mit weiteren Bewegungsmöglichkeiten liegt. Am ersten Tag geht man dank der Anweisungen der Insel-Rallye sogar ein paar Kilometer weiter, springt sich auf großen Trampolinen ein wenig warm, spielt ein bisschen Fußball und absolviert dann die ersten drei Surfstunden, um am Abend mit gutem Appetit zum reichlichen, warmen Abendessen zurückzuwandern. Für manches der zarten Großstadtpflänzchen war das dann schon Aktivität genug, die anderen konnten nach dem Essen noch Tischtennis oder Volleyball spielen. Nicht wenige fragten schließlich, ob man nicht auch schon vor der absoluten Nachtruhezeit schlafen gehen könnte.
Auch die übrigen Tage boten Auslauf genug: Joggen ab halb sieben (zwischen 3 und 8 km), die unvermeidlichen Wanderungen, drei Stunden Surfen, Bretter zum Strand tragen, Segel aufriggen, sich in die Neo’s (Neoprenanzüge) hineinpressen und wieder herauspellen, im Freibad des Campingplatzes schwimmen, Fußball spielen usw. Die heilsamen Effekte eines solchen Aktivurlaubs waren bei den gemeinsamen Mahlzeiten zu beobachten: Schon am dritten Tag erfolgte die Nahrungsaufnahme in Zimmerlautstärke und erstaunlich zivilisiert.

 

2. Weniger ist mehr!
Fünf Tage ohne Fernsehen, Internet, Funktelefon und tragbare Individualbeschallungsanlagen – niemand ist am Medienentzug gestorben, man hat miteinander geredet statt sich autistisch vollzudröhnen und dem nur mäßig musikalischen Klassenlehrer gelang es sogar einmal, die wandernde Mädchennachhut zum Selbstsingen zu bringen: „Die Affen rasen durch den Wald…“ (und Moderneres).
Leben in einer Discounter-freien Zone – auch das haben wir überlebt und gemerkt, dass man mit einem reichlichen Frühstück, einem Lunch-Paket und einem guten, warmen Abendessen nicht darben muss. Außerdem: dass Selbstgegrilltes umso besser schmeckt, je mehr Appetit man hat – der Grillabend war ein Erfolg! Schließlich: dass die mitgebrachten Leckereien der drei Geburtstagskinder noch besser sind, wenn man sich nicht wie sonst mit Süßigkeiten vollgestopft hat.

3. Aller guten Dinge sind drei.
Drei Stunden Surfkurs am Tag, drei zusätzliche Stunden freies Surfen unter Aufsicht, drei Fuß Wasser unter dem Kiel (das sicherste Anfänger Surf-Revier, das ich kenne), drei begleitende Kollegen (einer in jeder Größe), dreimal Dank: an Hartmut für seine mehr als großzügige Hilfe beim Aufriggen und Segeln der Reise und für sein sonniges Wesen, Kompliment und Dank an Tim für sein professionelles Engagement bei der ersten Klassenreise als Referendar und Dank an alle Schüler, die durch ihre Fröhlichkeit, Witzigkeit, gemeinschaftliches und positives Denken und Handeln soviel Wind gemacht haben, dass die Klassenfahrt so richtig ins Gleiten kam.

ag