Archiv für den Monat: September 2009

Kreative Abschlussarbeiten im LK Deutsch – eine Nachlese

Im vierten Semester setzte sich der Leistungskurs Deutsch unter der Leitung von Frau Wunder mit verschiedenen Erzählungen Franz Kafkas sowie seinem autobiographischen Text “Brief an den Vater” und seiner Biografie auseinander. Die folgenden Arbeiten stellen kreative Umsetzungen einzelner Szenen dar bzw. ein eigenständiges Weiterentwickeln der Erzähltexte:

1. Film: Nach der “Rückverwandlung”
2. Bildmontage: Die Heimkehr
3. Bildmontage: Das Urteil
4. Fotoroman: Die Verwandlung 

N.Wunder 28.9.09

Wahl-Hearing zur Bundestagswahl:

Schlagabtausch oberhalb der Gürtellinie
Die „SAS-Elefantenrunde“ ist hochkarätig besetzt – mit Ausnahme der FDP treten die Kandidaten für Mitte an: Joachim Bischof (Die Linke), David Erkalp (CDU), Johannes Kahrs für die SPD und Farid Müller für die GAL – MdB Burkhardt Müller-Sönksen vertritt die Elbliberalen.
Der Wahltermin am Sonntag prägt die Veranstaltung, die Teilnehmer der Diskussionsrunde stehen gewaltig unter Strom: Sie kommen mit sparsamem Zeit-Budget, werden zwischendurch herausgerufen, müssen ihre Vorhut zur folgenden Veranstaltung vorausschicken. Gut zweihundert SchülerInnen – viele von ihnen sind ErstwählerInnen – haben sich im Politikunterricht auf die Veranstaltung vorbereitet, kompetent und kritisch befragen sie die Kandidaten zu den Themen „Wirtschaft“, „Soziales – soziale Gerechtigkeit und soziale Ungleichheit“ und „Außenpolitik“. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen – die Pausenhalle, Ort der Veranstaltung, ist aufgrund von Baumaßnahmen um die Hälfte reduziert (ach, hätten wir doch bloß eine richtige Aula, ein Forum!!), eines der beiden Mikrofone streikt, Kahrs hat die kräftigste Stimme, beim Stundenwechsel kommt es zu erheblichem Schülerlärm – findet ein interessanter Meinungsaustausch statt: „Wer zahlt die 1,6 Billionen Staatsschulden?“ – „Um wie viel muss Hartz IV erhöht werden, um ein menschenwürdiges Leben zu garantieren?“ – „Wie kann man etwas dagegen tun, dass in einer so reichen Stadt _ der Kinder und Jugendlichen in prekären Lebenssituationen leben muss und auf Sozialleistungen angewiesen ist?“ „Wie kann man die Verantwortlichen der Finanzkrise belangen und wie kann man weitere Krisen vermeiden?“ „Warum wir einen Mindestlohn von 7,50 Euro (Kahrs) oder 10,- Euro (Bischoff) brauchen“ und „Warum ein Mindestlohn gerade Arbeitsplätze verhindert (Müller-Sönksen)!“ „Deutschland kann durch eine Wirtschaft, die ökologisch effizient arbeitet und ebensolche Produkte herstellt an der Spitze der Weltwirtschaft bleiben!“ – „Wie soll das Auto der Zukunft aussehen?“ „Was kann man gegen die Gier der Spekulanten tun?“ „Wann können wir uns aus Afghanistan zurückziehen?“ –
Wir erfahren etwas darüber, wie die Hamburger Industrie auch in Zukunft erfolgreich arbeiten kann, wie man Arbeitsplätze sichert, den Mietern mehr Schutz bieten kann. Als Moderator gerate ich bisweilen ins Schwitzen: Die Diskussionsteilnehmer wollen sich in ihrem Wunsch, sich möglichst differenziert und wortgewaltig mitzuteilen, einfach nicht beschränken, die Zeit rinnt davon wie der Sand in der Eieruhr: „Bitte noch einen einzigen Satz!!“ (Kahrs) – „Das kann doch einfach nicht so stehen bleiben!!“ (Müller-Sönksen) …Die Antwort auf die Schülerfrage an David Erkalp „Warum haben wir keine Berufsarmee, sondern eine Wehrpflicht?“ wird auf den Politikunterricht am folgenden Morgen vertagt. Insgesamt erleben wir eineinhalb Stunden geballter Informationen mit vielen Zahlen, Zahlenspielen um Vermögenssteuern, Reduzierung von Einkommenssteuern, Visionen, BIP, Bürgerversicherung etc.

Erfreulich: Wir erleben sehr präsente und zum großen Teil auch gut informierte Politiker, denen man ihr Engagement abnimmt, etwas für die Gesellschaft tun und vor allem für die Menschen bewegen zu wollen, die nicht unterhalb der Gürtellinie diskutieren und die die Bitte aus den Vorgesprächen weitgehend ernst genommen haben, keine „Schaukämpfe“ vor den SchülerInnen auszutragen. Na ja, so ganz halten sie es vier Tage vor der Wahl natürlich auch nicht durch…
Und noch ein Schmankerl am Rande. Der jüngste Diskussionsteilnehmer – ca. drei Jahre alt –, meldet sich zu Wort, will seinen Patenonkel Johannes vor der Wahl noch mal knuddeln und ihm alles Gute wünschen. 

Helge F. Sturm

Überraschender Besuch aus Kolumbien!

Am 1. Oktober hat uns völlig unerwartet Pater Jaime García aus Bogotá, Kolumbien besucht. Die älteren unter uns werden sich erinnern, dass wir an der Sankt Ansgar Schule in den vergangenen Jahren im Rahmen unseres sozialen Projektes über 20.000 Euro für den Kinderhort gespendet haben, den Pater García für 340 Kinder errichten wollte, die in einem der ärmsten Stadtviertel von Bogotá unter zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen leben müssen. Am 25. August war dann endlich feierlich-fröhliche Einweihung! Pater García hat uns seinen Dank für die geleistete Hilfe ausgesprochen und uns Fotos und eine Dokumentation des Berufsbildungszentrums überlassen, die wir in der nächsten Zeit in unseren Spanischkursen und allen Interessierten gern zeigen werden. Es ist überaus beeindruckend zu sehen und zu hören, welche großartigen Chancen der 78-jährige Pater mit seinem Lebenswerk, dem Zentrum Juan Bosco Obrero, den Jugendlichen und durchaus auch älteren Lernwilligen gibt, damit sie nach einer Berufsausbildung ihren Lebensunterhalt selbst verdienen und ihr Leben unabhängig gestalten können. Da Pater Garcías Besuch zusammenfiel mit dem Aufbruch unserer älteren Schüler zu ihren Projektfahrten, konnte er leider nicht persönlich die vielen Aktiven kennen lernen, die sich in den vergangenen Jahren so eifrig für den Kinderhort eingesetzt haben. Er lässt alle herzlich grüßen und dankt euch für die freundliche Unterstützung.

Ha