Archiv für den Monat: Juli 2010

Berufsorientierungsmarathon

oder
Der Prophet gilt nichts im eigenen Land
oder
„Nun latsch´ ich zu acht Veranstaltungen und weiß immer noch nicht, was ich werden will!“

„Berufsorientierungsmarathon“: Wenn es auch in diesem Jahr kein Vollmarathon war wie 2009, dem Doppeljahrgang, so kam es einem Halbmarathon doch nahe. Unsere Schülerinnen und Schüler konnten von Montag, dem 28.06., bis Freitag, dem 2.07.2010 insgesamt in über dreißig Veranstaltungen – Workshops, Referaten und Diskussionen – mit über 800 einzelnen Angebotsplätzen an ihrer Berufs- und Lebensplanung basteln, sich informieren, fortbilden, Nägel für ihre Zukunft einschlagen. – Noch ein Jahr – und der Ernstfall nach zwölf oder 13 Jahren Schule beginnt: Duale Ausbildung, Studium oder Duales Studium, Au pair, Soziales Jahr, Bund o.Ä. – Vorstellungen sehr verschiedener Berufsfelder und Studiengänge, auch einige Besuche in Hochschulen und Fachhochschulen sollen unsere Schülerinnen und Schülern darin unterstützen, den für sie passenden Beruf zu finden. Ein besonders herzliches Dankeschön an die über vierzig Referentinnen und Referenten, die ich für diese Berufsorientierungstage gewinnen konnte, die in gründlicher Vorbereitung und ohne jedes Honorar mit ihrer Man-Power in diese Berufsorientierungswoche investierten. Viele Vorbereitungsstunden für Vorträge, power-point- Präsentationen und Workshops trugen zu einem guten Gelingen bei, viele Mails gingen hin und her, das Telefonohr war geschwollen. Naturwissenschaften waren bei den Schülerinnen und Schülern unseres ersten Profiljahrgangs deutlich stärker gefragt als in den vergangenen Jahren, und ich musste kurzfristig einige zusätzliche Veranstaltungen organisieren. Daneben fanden Berufe rund um alles Kreative, Jura, Berufe rund um „Hamburg-Airport“, Medizin und IWMM besondere Nachfrage. Was ist IWMM? Irgend(et)was mit Medien. Na klar.

Der Prophet gilt nichts im eigenen Land. Ich bin auch in diesem Jahr wieder überrascht, wie unterschiedlich junge Menschen diese Berufsorientierungswoche wahrnehmen; viele sehen sie als Chance, sind neugierig, lassen sich inspirieren und motivieren. Viele sind einzelnen Veranstaltungen, die etwas länger dauern könnten, sehr kritisch gegenüber, wünschen sich mehr Freizeit in dieser Woche, mehr Zeit für ihren Job, sehen Einblicke in ganz andere Welten und anders geartete soziale Zusammenhänge als vergeudete Zeit an; einige sind gar nicht neugierig, wenn es nicht um ihre primären Interessen geht. Möchten auch kein Portfolio anfertigen, sehen ein Zertifikat der Schule in diesem Bereich als überflüssig. „Bringt ja keine Punkte fürs Abi.“ An dieser Stelle möchte ich die Schülerinnen und Schüler, die im August mit ihrem ersten Semester an der SAS beginnen, bitten, sich bei mir zu melden, um bei der Vorbereitung der Berufsorientierungswoche 2011 mitzuwirken. Damit kann man vielleicht einigem Schülerfrust vorbauen, und ich kann mir auch so manchen Frust ersparen, denn: Manchmal gilt der Prophet nichts im eigenen Land bzw. in der „eigenen“ Schule. Gefreut habe ich mich über viele interessante Feed-back–Gespräche mit einzelnen Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen und unseren Gästen.

„Nun bin ich zu acht Veranstaltungen gelatscht und weiß immer noch nicht, was ich werden soll!“ Man kann davon ausgehen, dass ein gut ausgebildeter Schüler mit einigermaßen gutem Notendurchschnitt in einem Hochleistungsstandort wie Deutschland mindestens dreißig (!!!) Berufsausbildungen und/oder Studiengänge angehen kann, für die er sehr gut geeignet sein dürfte… Da erübrigt sich ein Kommentar zum Einleitungszitat. Man kann unendlich viele Angebote machen: Orientieren und entscheiden muss sich jede/r Einzelne selber.

Ich möchte mich an dieser Stelle sehr herzlich bedanken für all die Unterstützung, die ich im vergangenen halben Jahr während der Vorbereitung dieser Berufsorientierungswoche bekommen habe: bei zahlreichen Freunden, Bekannten, Vertretern der Hamburger Wirtschaft und Hochschulen und last but not least bei einigen Kolleginnen und Kollegen sowie bei Regina Lemkau und Gabriele Faltermeier aus unserem Schulbüro, auf deren kompetente und freundliche Art ich von den Gästen unserer Schule immer wieder angesprochen werde. Und dem Mann, der beim entfernten Auftauchen von Problemen und Schwierigkeiten immer sagt: „Herr Sturm, es geht alles. Kein Problem!“ Das ist – natürlich – Herr Brühl.

Helge F. Sturm | SASfilmAG | Juli 2010

Kollegiumsausflug ins Witthüs

Am Dienstag, dem vorletzten Schultag, ist es soweit: Der Kollegiumsausflug 2010 lacht uns entgegen. Nach dem Unterricht gibt es in unserem Lehrerzimmer ein sehr leckeres Büffet sowie prickelnde und nicht-prickelnde Getränke… Wir haben uns zumindest bemüht, ein besonders vielfältiges Essen zusammenzustellen, auf die Wünsche und Vorlieben unseres Kollegiums einzugehen nach der Devise: Zum Preise von Mac Donald´s speisen wie beim „Four Seasons“. Gegen 13.30 Uhr fahren wir – umweltbewusst und ohne CO2-Ausstoß – mit der S1 bis Klein-Flottbek, gehen durch den sommerlich blühenden Jenisch-Park, vorbei an dem wunderbar restaurierten Jenisch-Haus, erbaut nach den Entwürfen des legendären und genialen Architekten Schinkel, bis zur Elbpromenade. Bei angenehmen 20 Grad werden wir am kleinen Teufelsbrücker Segelhafen vorbei in Richtung Blankenese spazieren, vorbei an diversen schönen Auzsflugslokalen. Auf der anderen Elbseite liegt das ehemalige Gelände der Deutschen Werft, wo einst die größten Schiffe der Welt gebaut wurden mit so klangvollen Namen wie Tina Onassis oder Ibn Saud Al Awal (der Name ist bestimmt nicht richtig geschrieben, aber als das Schiff vom Stapel lief, konnte ich noch nicht lesen und schreiben..). Das Airbus-Gelände mit seiner modernen Industriesilhouette taucht auf. Dann steht uns eine kleine Kletterpartie hinauf zum Hirschpark bevor, wo uns ab 15.30 Uhr eine schön gedeckte Kaffeetafel im Witthüs erwartet: hausgebackener Kuchen in einer sehr leckeren Auswahl, nach Wunsch Kaffee, Cappuccino und Tee – und je nach Wetterlage drinnen oder draußen serviert. Das Witthüs – hier wohnte vor seiner Emigration und dann wieder nach dem Krieg bis zu seinem Tode Hans Henny Jahnn, Schriftsteller, Orgelbauer, Baumeister und Biologe – ist eine Hamburgensie vom Feinsten, ein Kleinod, ein Ort der Kultur und des Kulinarischen.
Während es das Witthüs in Kampen auf Sylt seit einiger Zeit nicht mehr gibt, treffen sich hier Künstler, Hamburger und Touristen zum Kaffee, zum Brunch oder zum leckeren kleinen Menü am Abend.
Gegenüber die renommierte Lola-Rogge-Tanzschule in ihrem wunderbaren Hansen-Bau. Ein herrlicher alter Baumbestand rundet das Bild hier oben auf dem Geesthang der Elbe ab. Wirklich etwas ganz Besonderes.
Gegen 18 Uhr fahren wir mit der S1 oder der S 11 nach Hause, denn: das Halbfinale wartet am Abend im Fernsehen… Schön, dass fast alle Kolleginnen und Kollegen dabei sein werden. Ein Dank an unseren Arbeitgeber, der diesen Betriebsausflug unterstützt, sowie an Frau Dr. Meyer zu Natrup und Herrn Krumrey, es hat Spaß gemacht, mit euch im Team den Ausflug vorzubereiten.

Helge F. Sturm | kk | Juli 2020

P.S. Und morgen ist der letzte Schultag…………………….