Archiv für den Monat: September 2010

„Die Affen rasen“

Unsere „Neuen“ – das sind die neuen 5. Klassen – haben drei schöne Tage in dem Jugendheim am Brunsberg bei Sprötze verbracht, um sich näher kennen zu lernen. Herausgekommen ist dabei zum Beispiel folgender Song auf die Melodie „Die Affen rasen“, getextet von der Gruppe „Five Friends“ aus der Klasse 5c, wobei der Refrain sofort von allen mitgesungen wurde:

Die Kinder rasen durch den Wald, der eine macht den andern kalt,
die ganze Lehrerbande brüllt:
Wo sind die Ki–nder, wo sind die Ki-nder, wo sind die Kinder hingerannt? …

Frau Willscher fragt sich jederzeit, wo denn die Kinder nur so bleim,
die ganze Lehrerbande brüllt: …

Herr Lüders reist jetzt um den Wald, der Schweiß läuft ihm jetzt bis zum Hals,
die ganze Lehrerbande brüllt: …

Im Wald bei Sprötze gibt’s nen Guss, die Kinder rasen voll Genuss,
die ganze Lehrerbande brüllt: …

Text: Die „Five Friends“, Klasse 5c

Baustelle Spiritualität

Im St. Ansgar – Haus des Klosters Nütschau fand am 22.9. eine ganztägige Klausurtagung unserer Religionslehrer zum Thema „Maßnahmen und Elemente Schulseelsorge“ statt. Der Ort war treffend gewählt, bot er doch genügend Abstand vom schulischen Alltag sowie den passenden geistlichen Rahmen.
Dass die Religionslehrer in Klausur gehen, hat einen guten Grund: Obleich die Sankt-Ansgar-Schule seit vielen Jahren ein breit gefächertes Angebot an schulseelsorglichen Maßnahmen und Elementen sicher stellt (Gottesdienste, Andachten, Gestaltung der vom Kirchenjahr geprägten Zeiten, Besinnungstage, Fahrten etc.), muss sie zugleich offen und angemessen auf neue Herausforderungen aus gesellschaftlichen Umbrüchen reagieren.
Wie tragfähig ist das Angebot, wenn auch unsere Schüler erkennbar weniger Erfahrungen in religiöser Praxis aus dem Elternhaus mitbringen?
Wie tragfähig sind unsere Maßnahmen angesichts der Verdichtung der Unterrichtszeit (G 8), wenn die Freiräume für außerunterrichtliche Angebote deutlich enger bemessen sind?
Ein prägnantes Beispiel für eine schulpastorale Herausforderung durch die veränderte Schulstruktur sei hier genannt: Konnten wir uns unter G 9 – Bedingungen mitten im Schuljahr ein vierwöchiges Sozialpraktikum gefolgt von einwöchigen Besinnungstagen zur Reflexion der dort gemachten Erfahrungen leisten, so ist dieses Zeitfenster unter den neuen Rahmenbedingungen von Schule nicht mehr vorstellbar; zu stark lastet der Effektivitätsdruck schulischen Lernens auf uns. Da wir aber – auch in Fortführung jesuitischer Tradition – das Sozialpraktikum wie die Besinnungstage für wertvoll erachten, müssen wir kreativ nach Lösungen suchen den uns anvertrauten Schülern diese nachhaltigen Erfahrungsräume weiterhin zu eröffnen.
Die Religionslehrer, die seit vielen Jahren mit großem Engagement eine Vielzahl unser schulpastoralen Maßnahmen durch ihre tägliche Arbeit realisieren, haben in Nütschau das spirituelle Leben an der SAS unter den veränderten Bedingungen in den Blick genommen. Dabei haben sie nach Möglichkeiten gesucht Bewährtes weiterhin im Schulleben zu verankern und – wo es geboten schien – Vorschläge für Modifikationen und Neuerungen zu entwickeln. Die Ergebnisse werden Ende Oktober auf der Seelsorgekonferenz, zu der wie gewohnt alle am Schulleben beteiligten Gruppen eingeladen sind (Schülervertretung, Elternrat, KSJ), vorgestellt und besprochen, so dass ein breiter Austausch gewährleistet ist.
„Das Leben ist eine Baustelle“: Dieser markante Filmtitel trifft ganz gewiss auch auf die Sankt-Ansgar-Schule und mit ihr auf die schulpastoralen Elemente und Maßnahmen zu. Der momentane Zustand der Schulkapelle gibt davon Zeugnis. Tröstlich ist: Wo gebaut wird, da da gibt es Pläne, da gibt es Bewegung und da gibt es Ziele, die mit dem Einsatz erreicht werden sollen. Das zeugt von Energie, lässt hoffen und spornt weiter an.
So ist auch die Klausurtagung in Nütschau mit der regen Beteiligung der Religionslehrer ein
ermutigendes Zeichen für die Arbeit an der spirituellen Mitte unserer Schule.

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Seelsorge an der Sankt-Ansgar-Schule |knud kamphues

Skandale – Korrektive der Macht?

Korruption in der Wirtschaft und in der Politik, Bonuszahlungen für Banker trotz Krise, Abhöraffairen … für uns sind Skandale ein Zeichen von Sittenverfall. Unsere Schüler haben oft ihre Zweifel an dem Funktionnieren unserer Demokratie.
Aber nicht der Skandal selbst ist problematisch, sondern die gescheiterte Bewältigung kann eine Demokratie gefährden und die Gesellschaft zunehmend an der Demokratie zweifeln lassen.
Hans Leyendecker (Süddeutsche) und Sebastian Knauer (Der Spiegel) sind Deutschlands versierteste Journalisten im Aufdecken großer Skandale und diskutierten nach ihren Referaten mit dem Publikum.
Unsere Schüler konnten die zwei herausragenden Journalisten auch nachher noch persönlich kennenlernen und waren sichtlich beeindruckt, wie der offene Umgang mit Skandalen dank der Journalisten erst möglich wird.

i.d.S.v. Dr. Meyer zu Natrup 9.9.10