Archiv für den Monat: Dezember 2010

Glas, Licht und Zivilcourage

5f1c3e923294ff6b60f1f25e065a4023Feierliche Einweihung des Friedrich-Spee-Hauses
SAS, 7.12.2010; Im bescheidenen, frisch renovierten Rahmen der Pausenhalle begannen die Feierlichkeiten zur Einweihung unseres Erweiterungsbaus mit einem fröhlichen „Gaudeamus Hodie“ der fünften Klassen, die Frau Willscher in Rekordzeit zu einem ordentlichen Chor gemacht hatte. Sie sangen vor beachtlichem Publikum: Kirchliche Würdenträger, eine Vertreterin der Behörde für Schule und Berufsbildung, die Architekten, zahlreiche Eltern, Lehrer, ehemalige Lehrer, Schüler und weitere Mitglieder der Schulgemeinschaft waren trotz der wetterbedingt schwierigen Wegverhältnisse gekommen. Dieser musikalischen Begrüßung folgten Reden, Grußworte, Händels Wassermusik, ein geistlicher Impuls und die Segnung der Kreuze und neuen Räume. Der Schulleiter, Herr Stolze, erinnerte an das architektonische Konzept und die Bedeutung von zusätzlichem Platz und Raum für die pädagogischen Konzepte der Ganztagsschule und des selbstbestimmten Forschens und Lernens. Nicht wenige überraschte er dann mit der zur Transparenz und Bestimmung des neuen Gebäudes passenden Namensgebung: Friedrich-Spee-Haus. Der Name des als Kämpfer gegen die Hexenverfolgung bekanntgewordenen, in der Frührenaissance lebenden Jesuiten knüpft an die jesuitische Tradition und Prägung unserer Schule an und ruft einmal mehr in Erinnerung, dass es auch in unserer Zeit nicht bloß um architektonische Transparenz gehen kann, sondern dass zu einem glücklichen und ausgerichteten Leben immer auch geistige Offenheit und Zivilcourage gehören, dass das Gute und Wahre nicht selten gegen Überkommenes durchgesetzt werden muss, und dass dazu Mut und Opferbereitschaft gehören. Weil die „Schwester der Freude die Dankbarkeit ist“, schloss Herr Stolze mit einem Dank an alle am Bau Beteiligten.
Erzbischof Dr. Werner Thissen verwies in seinem Grußwort auf die Prägung der Schüler durch die Lehrer und auf den sich daraus ergebenden Auftrag der Lehrerinnen und Lehrer der Ansgarschule und an den besonderen Geist des heiligen Ansgar. Kritisch gab er seiner Sorge Ausdruck, ob das moderne Schulwesen noch die zum „Wissen und Wachsen … nötige Zeit“ lasse. Immerhin zeige der Anbau, dass einem so besonderen Ort des Lernens wie der Sankt-Ansgar-Schule Zukunft zugetraut und ermöglicht wird. Monsignore Peter Mies erinnerte sich seiner eigenen Vergangenheit als Ansgarschüler und betonte die Bedeutung ganzheitlichen Lernens wie des Lernens in Gemeinschaft, welches gerade die nun endlich angemessen beheimatete Musik an Sankt Ansgar fördere. Der stellvertretende Vorsitzende des Elternrats, Herr Rowold betonte das zweite, neben der Dankbarkeit vorherrschende Gefühl vieler Schüler, Eltern und Lehrer: Hoffnung; die Hoffnung nämlich, den Anbau in nicht allzu ferner Zukunft durch die letzte wichtige Schulerweiterung ergänzen zu können – eine richtige Aula. Für die Schülervertretung stellte Antonia Brandt fest, dass nach der Arbeit am Bau diejenige im Bau begonnen habe. Sie erinnerte auch an den während der Bauzeit schwer verletzten Arbeiter und drückte das Mitgefühl und die Besserungswünsche der Schülerschaft aus. Schließlich meditierte Herr Brinkmann als Beauftragter für die Schulseelsorge über die Bezüge zwischen Mensch und Raum, über das Spannungsfeld von Lebens- und Lernräumen.
Melodisch ergänzt wurden die Reden und Grußworte vom von Herrn Hamborg geleiteten Orchester mit Händels Wassermusik, deren helle Klänge die lichtdurchfluteten Räume des Friedrich-Spee-Hauses genau ins Tonbild setzten.
Nach der Segnung der Kreuze und der neuen Räume durch den Erzbischof klangen die Feierlichkeiten bei Wein und Gebäck und angeregten Unterhaltungen in der neu gestalteten Cafeteria aus, während im benachbarten großen Musikraum die SAS Big Band unter Leitung von Herrn Joppich spielte. Bleibt zu hoffen, dass die nächste Einweihung eines neuen Gebäudes der Sankt-Ansgar-Schule in demselben stattfinden kann – nämlich in der neuen Aula.

ag | kk

Neuengamme

5bba5936fb3c281bbddc35aa1804cbb9Besuch im KZ Neuengamme mit der 9c und 9d am 14.12.2010 Es war bitterkalt, eine Historikerin führte uns bei Minus sechs Grad über das KZ-Gelände, erklärte die Anordnung der Baracken, der Wind fegte und uns schauderte beim Gedanken, daß hier die Häftlinge zwei und mehr Stunden in dünner Häftlingskleidung Appell stehen mußten. Ja, am Ort des Holocaust selbst wird der Geschichtsunterricht über die SS erlebbar. Die Ziegelfabrik selbst mit den alten Waggons läßt noch 70 Jahre später erahnen, was die NAZIS mit “Vernichtung durch Arbeit” bezweckt haben. Unterricht wird erst durch wirkliches Vorstellungsvermögen “haltbar gemacht”. Wir werden weiter auf den Spuren deutscher Geschichte in und um Hamburg wandern.

Dr. Maria Meyer zu Natrup

Mit Kerzenschein und Magnificat in die Weihnachtszeit

09dc5e91742b58e5152928e56190fa7bAdventskonzert 2010 der Sankt-Ansgar-Schule am 3. Advent Die Sänger und Sängerinnen der 5. bis 7. Klasse zogen mit Kerzen vom Quempas des Großen Chors und Elternchors begleitet in die Kirche St. Franziskus in Barmbek ein. Vorne stehend sangen sie Weihnachtslieder und auch “Gaudeamus hodie”. Auch die anderen Chöre unserer Schule begeisterten mit ihrem Gesang und ihren einstudierten Stücken wie “Der Himmel geht über allen auf” und “Follow The River”. Besonderer Ohrgenuss kam mit dem Lied “Joy To The World” von Herrn Andreas Willscher, dem Ehemann der Chorleiterin Frau Brigitte Willscher. Das Orchester kam auch auf seine Kosten. Mit der “Wassermusik” von Händel brachte es die Zuhörer in Verzückung. Diesjähriges Highlight war jedoch das von Chor und Orchester gemeinsam vorbereitete “Magnificat” von Francesco Durante. Hier gaben der Elternchor, der Große Chor und das Orchester ihr Können zum Besten. Die zwei Solisten, Ole Waelzer (Tenor) und Lukas Boldt (Bariton), berührten mit ihrem “Suscepit Israel” die Zuhörer. Zum Abschluss hielt der Schulleiter seine Adventsrede und dankte hier den Menschen, ohne die es nicht zustande gekommen wäre, den zwei genannten Solisten, dem Pianisten Gerrit Netzlaff und natürlich der Chorleiterin Frau Brigitte Willscher und dem Dirigenten Herrn Andreas Hamborg für ihre unermüdliche Arbeit mit diesen Musikgruppen. Zusammenfassend kann man sagen, dass es wieder einmal ein wunderschönes Konzert war und Weihnachten nun kommen kann!

Nancy Huynh 1. Semester