Archiv für den Monat: April 2011

Heute hier – morgen wo?

00903acd59fc71f836bcc021833c301eBesinnungstage der Abiturienten 2011 im Niels-Stensen-Haus „Heute hier – Morgen wo?“ So lautete das Motto, unter dem sich 18 Schülerinnen und Schüler fünf Tage lang auf die Suche nach der eigenen Zukunft gemacht haben. Welche Rolle spielen ICH, die ANDEREN und GOTT in meinem Leben und wie sehr beeinflussen sie meinen Weg in die Zukunft? Über die Fragen „Wer hat mich geprägt?“ und „Welche Werte sind mir wichtig?“ gelang der Einstieg in eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung und Persönlichkeit. Für die Gruppe waren es gelungene Tage mit einer guten Balance zwischen inhaltlicher Auseinandersetzung, Freizeit und Spaß.

Kathrin Nickisch | Ulrike Rudowitz – Schulsozialarbeiterinnen

Pamplona zeigt sich von seiner „apriligen“ Seite

40189f8d32cd635aec90d7e243e79c27Unser Gegenbesuch in Pamplona war in diesem Jahr von Gegensätzen geprägt: Viele gesund und einer krank, viel Sonnenschein und auch einmal Regen, viel laufen und manchmal im Unterricht sitzen, viel lachen und zum Abschied ein bisschen weinen, viel dies und etwas das – jeder möge sich an seine persönlichen Details erinnern. Frau Rodriguez und ihre spanischen Kollegen haben sich – wie gewohnt – liebevoll und kompetent um uns gekümmert. Vielen Dank nach Pamplona! Die Jesuiten der Residenz an der Schule waren uns großzügige Gastgeber! Muchas gracias! Hier einige Stimmen aus der deutschen Austauschgruppe:
* Gleich am Anfang des Austausches in Pamplona hatten wir das Gefühl, als würden wir uns schon Jahre kennen.
* Der letzte Abend wird mir besonders im Gedächtnis bleiben, da wir gemeinsam mit anderen aus der Stufe Fußball geguckt haben und die Spanier etwas übertrieben und sich so gefreut haben, dass Stühle umgekippt sind, als sie beim Tor von Madrid aufgesprungen sind.
* Besonders gefallen hat mir der Besuch in der Wüste. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass es so etwas im Norden Spaniens gibt. Es hat mich an einen Wild-West-Film erinnert.
* Wir sind mit Maria, der Deutschlehrerin in ihren Deutschunterricht bei den Kleinen gegangen. Die waren alle so süß! Wir haben uns mit ihnen auf Spanisch und auf Deutsch unterhalten und zum Schluss haben sie uns sogar ihr Warm-up gezeigt, das sie zu Beginn jeder Deutschstunde machen, um mit Begriffen wie „ein“ und „aus“ umzugehen: einatmen und ausatmen…
* Das größte Ereignis war das Spiel „El Clásico“. Wir trafen uns alle im Club de Tenis und ließen unseren Emotionen freien Lauf. Leider waren viele für Real Madrid, ich war stolzer Barça-Fan, dennoch war das Ergebnis egal, da sich alle freuten, zusammen zu sein.
* Ich fand manche Sachen im Guggenheim-Museum in Bilbao merkwürdig, weil es einfach keine große Arbeit war, die zu basteln. Zum Beispiel liegt Müll auf dem Boden und das ist für mich keine große Kunst.
* Immer in Erinnerung bleiben wird mir der Park mit der Burg in der Mitte. Am letzten Tag dort den Sonnenuntergang zu genießen war wundervoll.
* Das Wort, das jeder kennt und keiner vergessen kann und wird: VAMOS!
* „Ausfahrt“ war mein Name in der Familie Galardi.
* ¡Vamos a la playa!, ¿Dónde estoy?, ¿Adónde vamos? – ¡No sé!, No entiendo nada. No quiero volver a Hamburgo. Alle Mädchen mit Busch bleiben bitte oben. Ich lerne Deutsch, da ich Französisch nicht mag (sagte ein Spanier)
HASTA EL PRÓXIMO AÑO

C. Haarmeyer

Fünf Monate in Afghanistan

a96f6804f3bd63d7e828fe994d8b093aAm 31. März 2011 kamen wir, die Klasse 10a, einige Schüler des 2. Semesters und Frau Dr. Meyer zu Natrup, in den Genuss eines Vortrages eines Bundeswehrhauptmanns. Hauptmann S. Ellegast war 2006 für fünf Monate in Afghanistan (the Fail-State) stationiert. Als Stellvertretender Kompaniechef trug er die Verantwortung für insgesamt 200 Soldaten, hierunter auch 26 Bulgaren und 24 Mazedonier, deren Kriegserfahrungen der Truppe von Herrn Ellegast oft genug zu Gute kamen.
Zu Beginn erläuterte Hauptmann Ellegast, wie es dazu kam, dass sich die NATO zum Eingreifen verpflichtet fühlte. Er berichtete von den organisatorischen Schwierigkeiten. Diese waren nicht nur durch die vielen verschiedenen Nationalitäten bedingt, sondern insbesondere auch durch die Kommunikationsprobleme, sowie Organisations- und Strukturunterschiede zwischen den zivilen Hilfsorganisationen und dem Militär. Die anfänglichen Schwierigkeiten führten zu Unmut in der Bevölkerung, da man sich von der ISAF-Mission unter NATO-Führung schnellere Hilfe versprochen hatte. Wir erfuhren weitere Einzelheiten über die Truppenverteilung und über den Einsatz unter britischem Kommando. Dies war für die deutschen Truppen schwierig, da das Bundestagsmandat nur humanitäre Einsätze außerhalb des NATO-Gebietes zulässt. Nach dem Vortrag hatten Schüler und Lehrerin die Möglichkeit, Fragen zu stellen und erhielten u. a. auch Auskunft über die Atmosphäre in den internationalen Camps. Trotz zahlreicher politischer Vorbehalte kam nach Aussage von Herrn Ellegast eine gute Kameradschaft zustande. Es gab viele schwierige Situationen, in denen teils überlebenswichtige Entscheidungen zu treffen waren. Diese Ereignisse können die Soldaten nicht einfach „in Afghanistan zurücklassen.“ Aufgrund des Elends, das sie in Afghanistan täglich miterleben mussten und immer noch müssen, lernten sie wieder, sich über die kleinen Dinge zu freuen. Dies konnten sowohl eine Pizza bei der italienischen, als auch Waffeln bei der schwedischen Einheit oder einfach nur ein gekühltes Getränk sein. Zu guter letzt überwiegen trotz allem die schönen Momente.

Caroline X. Pankow, 10a

10 Jahre Afghanistan – Der Feind meines Feindes ist mein Freund

Rückblick: 11.September 2001 . Mit diesem Datum beginnt eine neue Zeitrechnung im Kampf gegen Osama Bin Laden und seine Terrorgruppe Al Qaida. Es ist der traurige Höhepunkt eines lang geschürten Hasses gegen die USA und gegen Europa, auf den noch weitere Terroranschläge folgen werden (z.B. der U-Bahn Anschlag von Madrid, 2004). Wie es in einem Land zugeht, in dem Krieg herrscht, erzählte uns Herr Ellegast in einem eineinhalbstündigen, sehr anschaulichen Vortrag über seinen fünf monatigen Aufenthalt in Afghanistan. Er erklärte uns ausführlich, wie schwierig es ist, einem Land zu helfen, das seit Jahrzehnten gespalten ist. Einem Land, das die besten geografischen Möglichkeiten bietet, den internationalen Terrorismus auszubilden. Was für eine unmögliche Aufgabe es war, mit anfangs 100 bis 150 Mann (Mitte des Jahres 2006) für Sicherheit zu sorgen in einem Gebiet, das doppelt so groß ist wie der Raum Hamburg (heutzutage sind übrigens um die 5500 deutsche Soldaten und Soldatinnen im Norden von Afghanistan) und wie man trotz der nie enden wollenden Jagd auf die Taliban (was übersetzt soviel heißt wie “Schüler des Korans”) in einem 24-Stunden Tag und in ständig wechselnden Lagern innerhalb der afghanischen Stämme den Überblick behält. Herr Ellegast verdeutlichte uns anhand von Karten und Broschüren sein Einsatzgebiet (er traf die Operationsvorbereitungen) und schilderte uns seine Erlebnisse aus dieser Zeit. Etwas, woran er sich gerne zurückerinnerte, sind die tiefen Kameradschaften zwischen den Soldaten. Dabei war es egal, aus welchen Land man kam, denn alle kämpften für ein sicheres Afghanistan. Erwartungsgemäß wurde jedem Soldaten das große Misstrauen zwischen dem Militär und den Hilfsorganisationen der einzelten Staaten vor Augen geführt, was seinen Einsatz dort auch oft erschwerte, doch trotz alledem überwogen die positven Dinge, so Herr Ellegast. Er bot uns die Möglichkeit, Fragen zu stellen und das nutzen wir auch aus. Dank unserer Vorkenntnisse, die uns Frau Dr. Meyer zu Natrup mit auf den Weg gegeben hatte, kam es zu einer richtigen Fragerunde, die leider durch den Mangel an Zeit frühzeitig beendet werden musste. All dies aus der Perspektive eines (ehemaligen) Soldaten zu sehen, hinterließ bei uns Schülern und Schülerinnen einen bleibenden Eindruck und zum Schluss bedankten wir uns bei Herrn Ellegast mit einem kleinen Dankesbrief und einer Flasche Rotwein für seine Geduld beim Beantworten unserer Fragen.

Vanessa Frahm, 10a