Archiv für den Monat: Mai 2011

Chile 2011

1fbeaae35c0ce65e44321d18633493c6Es ist der 28.05.2011. Angespannt sitzen wir am Airport Hamburg und warten auf unser Flugzeug. Zunächst hatten wir sehr gemischte Gefühle. Auf der einen Seite freuten wir uns auf Chile, endlich unsere Austauschschülerinnen kennen zu lernen mit denen wir vor Monaten schon Kontakt aufgenommen hatten und bei Facebook bzw. Skype geredet hatten. Auf der anderen Seite hatten wir ein mulmiges Gefühl was uns erwarten wird. Der Abschied war besonders schwer, doch dann ging alles ganz schnell: Tickets holen, Check-in, Gepäckabgabe und schon sitzen wir im Flugzeug. Als wir schließlich in Chile ankamen, waren wir sehr aufgeregt endlich unsere Familien zu treffen bei denen wir 2 1/2 Monate verbringen sollten. Wir wurden sehr freundlich empfangen. Im Laufe des Tages hatten wir dann genug Zeit auszupacken und uns mit unseren Familienmitgliedern zu unterhalten und zu essen. Die Familien waren uns von Anfang an sehr symphatisch. Dann konnten wir das Wochenende erstmal mit unserer Gastfamilie verbringen bis dann der erste Schultag in Chile bevorstand.
Am Montagmorgen waren wir aufgeregt, wie die anderen uns aufnehmen werden, doch in der Klasse aufgenommen, begrüßten uns alle freundlich und stellten uns vor. . Bei den Unterrichtsfächern konnte man sich kaum beteiligen außer den Fächern Deutsch, Englisch und Mathe. Aber man konnte mit Absprache mit unserer Ansprechpartnerin Fr. Labra auch für ein paar Stunden in die Bibliothek oder ins Casino, so wie dort die Kantine genannt wird. Nach 3 Wochen Unterricht hatten wir 3 Wochen Sozialpraktikum in einem der größten Altersheime in Chile. Mit der Kommunikation war es manchmal schwer, da dort keiner Deutsch sprach. Doch alles in einem war es interessant zu sehen wie unterschiedlich man in Südamerika und Europa lebt. In der Anfangszeit mussten unsere Austauschpartner sehr viel lernen und somit konnten wir uns unter den Deutschen treffen oder mit anderen Chilenen. Meistens sind wir zur Mall (Einkaufszentrum) oder ins Zentrum gefahren. Ein viel besuchter Ort waren auch die „Ferias“ in denen typische Souverniers und jeglicher Schnickschnack für Freunde und Verwandte verkauft werden. An der Nordentour haben wir leider nicht teilgenommen, was wir im Nachhinein ziemlich bereut haben, da alle anderen davon sehr geschwärmt haben. Aber Fr. Labra hat uns sonst auch noch einen Ausflug organisiert, zu einem Ort der „Isla Negra“ heißt an den wir mit allen Deutschen in einem Bus dort hingefahren sind um ein Museum am Meer zu besuchen. Das Meer muss man mal gesehen haben, denn es ist nicht mit der Nordsee zu vergleichen. Alle schwärmen auch vom Sommer in Chile. Hier gibt es tatsächlich fast jedes Wochenende irgendeinen Geburtstag zu feiern oder einfach aus Lust und Laune eine Party zu organisieren, die meistens in den Häusern von Freunden stattfindet. Die Eltern sind meistens dabei, und halten sich im Haus auf, falls ein Notfall eintrifft oder schauen vorbei, ob alles in Ordnung ist. Die Schule in Chile ist sehr organisiert und hat einen riesigen Sportplatz, ein Schwimmbad und ein Basketballfeld. In der Deutschen Schule Valparaíso ist Schuluniform Pflicht, sowie Höflichkeit und Engagement. Im Großen und Ganzen, haben wir den Aufenthalt in Chile sehr genossen und würden jeder Zeit wieder zurückfahren.

Viktoria, Katerina, Dominique

Blick zurück – Blick nach vorne 2011

40502abf29abbb0580495ddb82ed5eabEs wurde viel diskutiert, viel kritisiert und viel gelobt. Am 31. Mai trafen sich wie jedes Jahr die Schüler des 2. Semesters, um über den Schulalltag zu sprechen und sich nicht nur untereinander, sondern auch mit ihren Lehrern auszutauschen. Notentransparenz, Umgangsformen, Lernatmosphäre und Unterrichtsqualität waren die bestimmenden Themen an diesem Tag. Doch auch andere Themen, die Lehrern wie Schülern auf dem Herzen lagen, wurden angesprochen. Seien es die irreführenden Vorgaben der Behörde, oder deren mangelnde Informationspolitik gegenüber Lehrern wie Schülern. Die Ergebnisse der Gruppenarbeiten, sowie des Plenums am Ende der Veranstaltung, werden noch in einem Brief an Lehrer und Schüler publiziert werden.

Florian Brunner-Schwer _ 2. Sem

Orchestrale 2011

5a330ae54ebc653617514c22c44bd792Am 28. und 29. Mai fand zum inzwischen achten Mal die „Orchestrale“, der Landesorchesterwettbewerb für die Freie und Hansestadt Hamburg und Schleswig-Holstein statt. Teilnehmen können Orchester und großbesetzte Ensembles aller Art, z. B. auch Akkordeon- und Gitarrenorchester. Der Wettbewerb wird alle vier Jahre veranstaltet und besitzt so eine lange Tradition.
Unsere „SAS-Big-Band“ nahm natürlich am Wettbewerb teil und wurde mit einem 2. Platz bewertet. Darüber hinaus nahm Jannick Piskorski, ein Schüler der Sankt- Ansgar-Schule, in einer anderen Kategorie des Wettbewerbs teil. Denn neben der mit Abstand musikalisch einflussreichsten, Erfindung des 20. Jahrhunderts, dem Jazz, ob nun gut oder nicht möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen, gibt es natürlich noch den in Ehren gehaltenen Bereich der Musik, den man Klassik nennt. Jannick ist Mitglied im Jugendkammerorchester „Coole Elbstreicher“, das von Gesa Riedel, einem ehemaligen Mitglied des berühmten Klavierquartetts „Salut Salon“ geleitet wird.
Die „Coolen Elbstreicher“ erlangten, jetzt schon zum dritten Mal in Folge, den 1. Platz in ihrer Kategorie. Doch womit? Wie schafft es Gesa Riedel ein Orchester, welches aus Kindern in dem Alter von 5(!)-18 Jahren besteht, wobei das Durchschnittsalter bei 11 Jahren liegt, so aufzustellen, dass es drei Mal hintereinander die Jury, die aus professionellen Dirigenten und Musikern besteht, verzaubert.
Schauen wir uns doch mal das Programm an: Beginnend, wie immer bei den Coolen Streichen, mit einem von Gesa Riedel selbst arrangierten Fassung der Filmmusik aus dem Film „Fluch der Karibik“, folgte das einzige nicht arrangierte Stück, der 1. Satz aus „Dem Frühling“ von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Das dritte Stück und wohl das Highlight des Programms bildete ein Kammerorchester samt Cello- sowie Saxophon-Solo arrangiert Fassung von Astor Piazzollas „Milonga del Angel“ samt Auszüge aus Astors „Leitmotiven“, so zum Beispiel ein von dem Hauptmotiv aus „Oblivion“ stammendes Klaviersolo. Hinzu kommt noch eine vereinfachte Version des 1.Satzes aus dem 3. Brandenburgisches Konzert von J. S. Bachs. Letztere Bearbeitung wirft nicht nur bei Puristen, wozu möglicherweise auch ich zähle, starke ethische Fragen auf. Den Abschluss machte ein Medley aus verschiedensten berühmten Filmmusiktiteln.
Die Coolen Elbstreicher sind, wie man es aus dem Programm vieleicht schon erkennen kann, kein traditionelles sinfonisches Orchester. Vielmehr ist es ein Gemeinschaftsprojekt, mit dem Ziel, die Kinder durch aktives Musizieren zu fördern, d. h. ältere Kinder mit jüngeren Kindern zusammenzuführen. Die Musik als Mittel zur Erziehung zu nehmen, ist vielleicht eines der nobelsten Funktionen, die jene erfüllen kann. Und zu all diesen Punkten kommt der in Gesa Riedels Augen, vielleicht musikalisch sowie pädagogisch wichtigste Punkt noch hinzu: Musik soll Spaß machen. Und ich als Mitglied der Coolen Elbstreicher kann definitiv sagen: Das tut Sie.
Denn ob man nun mit seiner Violine das berühmte Gewitter im Frühling aufziehen kann oder nur zwanghaft versucht , eine Lehre Saite im Schlussakkord rechtzeitig zu treffen zu treffen: Die Coolen Streicher nehmen jedermann auf, wenn er sich dazu bereit erklärt, die Noten auswendig sowie ohne Dirigenten, die Markenzeichen der Coolen Elbstreicher, spielen zu können. Und in diesem Sinne kann man sagen, dass die Coolen Elbstreicher immer nach neuen „Coolies“, wie Gesa sie nennt“, sucht.
Für mich endet nach diesem Schuljahr die Mitwirkung an diesem musikalischen Gemeinschaftsprojekt, denn ich möchte versuchen, in ein sinfonisches Orchester zu kommen. Ganz oben auf der Wunschliste steht das Landesjugendorchester Hamburg, eines der führenden Jugendorchester Norddeutschlands. Und die Coolen Elbstreicher haben mir wahrscheinlich erst den Mut gemacht, diesen Weg zu gehen. Für mich steht also klar: Projekt geglückt!

Raimund Joppich