Archiv für den Monat: Juni 2011

Ab-in-den-Urlaub

lautete das Motto unseres großen Abschlussgottesdienstes, den wir in der evangelischen Hauptkirche St. Petri in der Mönckebergstraße feierten. Schüler verschiedener Klassen und Jahrgangsstufen hatten sich an der Vorbereitung beteiligt und gestalteten die von Pater Adler SJ zelebrierte Heilige Messe mit kreativen wie gehaltvollen Einlagen und Texten. So durften sich die Gottesdienstteilnehmer für gut eine Stunde „Flugzeit“ an Bord eines Ferienfliegers wähnen. Stewardessen gaben hilfreiche Hinweise zu den verschiedenen Möglichkeiten der Urlaubsgestaltung mit wichtigen Sicherheitshinweisen. Das Thema Urlaub wurde im Licht des Evangeliums von Marta und Maria betrachtet, der hektischen, gehetzten und etwas zickigen Marta des Alltags und der mit Muße zuhörenden Maria des Urlaubs – zwei Seiten, die jeder von sich selbst kennt! So vielfältig wie die Arten Urlaub zu machen war auch das musikalische Programm unter Beteiligung des Chors, des Posaunenchors, Orgel, Cello und Cachon. Nach dem Reisesegen sangen alle gemeinsam das von Nicole und Claudia auf die Melodie eines bekannten Songs getextete „Ab-in-den-Urlaub“- Lied in der musikalischen Bearbeitung durch Herrn Willscher. Zum Schluss erhielten alle Teilnehmer eine kleine Muschel aus Ruths Vorrat als „Erinnerungsspeicher“ für die kommenden Wochen. Ein Dank an die gastgebende Gemeinde und die zahlreichen Helfer bei der Gestaltung des Gottesdienstes!

Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Schulseelsorge an der Sankt-Ansgar-Schule | Knud Kamphues

Spuren im Wattenmeer – bloody mudflat biotope!

546b31674dcc04f95c0d1990ab20b21bAuf der Wattwanderung zur Insel Neuwerk stoßen die GAPPies auf Widerstände
Wattenmeer, 22.6.2011; Eines der letzten Abenteuer in den platten norddeutschen Landen, wo man jede Überraschung schon Tage vorher kommen sieht, ist die Wanderung durch die Nordsee zur Insel Neuwerk, am besten bei Ebbe. So ist auch die deutsch-amerikanische Schülergruppe des diesjährigen Austauschs mit St. Charles am Mittwoch in See gestochen, oder genauer: ins Watt geglitscht. Es galt, die acht Kilometer durch die wundersam trocken gefallene Mordsee bis zur Hamburger Insel zu bewältigen, bevor uns eine Springtide, Nipptide oder sonstwie bösartige Flut den Boden unter den Füßen verflüssigen würde. Kein Problem, zur Not gab es je die „Cache“, Rettungskäfige auf Stelzen, kein Problem, vor allem, wenn alles glattgeht, und niemand sich die zarten, jugendlichen Füße an ungehobelten Nordseemuscheln aufschlitzt. Genau das aber gelang einigen Exkursionsteilnehmern und sie verloren Zeit, Blut und Mut und hinterließen DNA-Spuren im Matsch. Glücklicherweise konnten die (Leicht-) Verletzten mit ritterlicher Unter(arm)stützung rechnen und so fanden alle noch vor der Tide und den dräuenden Regenwolken den Weg zum Drei-Quadratkilometer-Eiland, wo mit gutem Appetit im alten Fischerhus gespeist wurde. Dann sorgten die vollen Mägen für eine geradezu magische Heilung der vom Salzwasser desinfizierten Kratzer und der erlittenen Traumata.
Die Rückkehr ins urbane Mutterland Neuwerks sollte ziviler und unaufgeregter vonstatten gehen. Mit der Fähre MS Flipper glitten wir sanft wiegend über das graue Nass, das sich die 20 Kilometer Teilzeitland vor Cuxhaven zurückgeholt hatte, und wanderten heiter von der Anlegestelle zum Bahnhof: „I’m singing in the rain…“ Leider hatte der Metronom das Ticken eingestellt und ein Lokführerstreik zwang uns zu unabendländischer Geduld. Der Schienenersatzverkehr nach Stade per Gelenkbus, dessen holländischer Charme (Deur open) nicht über die Kapitulation einiger Fensterdichtungen vor dem Dauerregen hinwegtäuschen konnte, geriet zum Wettlauf mit der Abfahrtszeit der vorletzten S-Bahn von Stade. Wir haben knapp gewonnen, aber eine Pipi-Pause im Bahnhof war nicht mehr drin. Was hinaus wollte, musste verdunstet werden – kein leichtes Unterfangen angesichts der Temperaturen im Sturzflug. Am Ende jedoch triumphierten die 25 Heroen und ihre drei Heerführer aus Sankt Ansgar und Saint Charles sowohl über die Elemente wie die eigene Natur und erreichten den Hamburger Hauptbahnhof und die wartenden (Gast-)Eltern müde, aber bereit zum Empfang des Bundesverdienstkreuzes.

ag

Schule trifft Praxis: Tierversuche in der Forschung

7bbc33296213cf66af90039b42d9a3c2Es wurde viel diskutiert am Thementag in der Sankt-Ansgar-Schule.
Zu dem Thema “Tierversuche in der Forschung“ und der Fragestellung “Sind Tierversuche in der Forschung vertretbar? Wenn ja, in welchen Bereichen bzw. bis zu welchen Grenzen?“ traf sich die 11. Jahrgangsstufe mit den Experten der Bereiche Tierversuchsrecht (Dr. Karolin Zoll, Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und Verbraucherschutz (BSG), Hamburg), Forschung (Dr. Maike Täger, Heinrich-Pette-Institut (HIP), Hamburg), Alternativen zu Tierversuchen (Prof. Oliver Ullrich, Hochschule für Angewandte Wisschenschaften (HAW), Hamburg), Tierschutz (Stephan Zieriacks, Tierschutzverein, Hamburg) und Versuchstierhaltung (Dr. Andreas Heamisch, Universitätsklinkum Eppendorf (UKE), Hamburg).
Nach einer Einführung ins das Thema konnten die Schülerinnen und Schüler über Fallbeispiele diskutieren, um modellhaft selbst zu entscheiden, unter welchen Umständen und mit welchen Begründungen Tierversuche durchgeführt werden dürfen. In anschließenden Gruppengesprächen mit den Experten, stellten Schüler ihre Fragen und diskutierten sie auf diese Weise mit denjenigen, die täglich mit diesem Thema in Berührung kommen. Wie wenig Gedanken man sich bisweilen über seine Gesundheit und medizinische Produkte macht, und was alles dafür geopfert wird, wurde an diesem Tag eindrucksvoll aufgezeigt.

Florian Brunner-Schwer _ 2. Sem | Knud Kamphues