Kraftquelle Alltag

67ad91f9f6a4ff1e6ac9f9da43eca96cSchuljahreseröffnungsgottesdienst der Sekundarstufe I geht es um unsere Wurzeln im wirklichen Leben Domkirche Sankt Marien, 11.08.2011; herzerwärmende Szenen spielen sich auf dem Vorplatz des Mariendoms in Hamburg St. Georg ab: Annette springt Miguel an den Hals, den sie sechs Wochen lang vermisst hat; Schüler – mit durchaus hoffendem Blick – fragen Lehrer, ob sie auch im neuen Schuljahr ihre Fachlehrer bleiben; Lehrer freuen sich über Kinder, die selbst in diesem miesen Sommer gereift zu sein scheinen. Nach dem klassenweisen Einzug in die renovierte Domkirche behandelt der Gottesdienst das Motto „Vom Wachsen“ in drei Texten: in lebensfeindlicher Oasenumwelt reift eine Palme zu einem mächtigen Baum, weil es ihr gelingt, die sie umgebenden Kraftquellen zu erschließen; Gott rettet die in die Wüste geflüchteten, über die Entbehrungen der neuen Freiheit murrenden Israeliten, indem er eine Quelle sprudeln lässt; das Gleichnis vom winzigen Senfkorn, das sämtliche Informationen in sich trägt, um im Energiefluss der Umwelt zu einer mächtigen Pflanze heranzuwachsen, deutet Kaplan Oliver Meik, selbst ehemaliger Ansgarschüler, als Bild für die Entwicklung des Menschen aus einem nur Millimeterbruchteile großen Zellverband. Wer es schafft, den Alltag, also auch Schule, als Kraftquelle zu erschließen, wird wachsen, wird dem ihm eingeprägten Entwicklungsplan auch gegen Widerstände folgen. Die gute Botschaft ist kein Stein auf den Kopf, sondern ein Wegweiser zu den Quellen. Die Messe hat uns wieder an die besondere Chance – und Verpflichtung – christlicher Schulen erinnert: die Würde des Menschen in immer anderen und neuen Bildern zu beschreiben.

ag | kk