Mini-Dom-Fieber

Unser Schulfest am 18.11. – ein Jahrmarkt des Schullebens
Friedrich-Spee-Haus, 18.11.2011. So ähnlich müsste Schule aussehen, wenn sie nur Spaß machen würde: Geschäftig rennen fröhliche Kinder und Jugendliche durch Klassenzimmer und Flure, durch Pausenhalle und Caféteria, Musik- und Kunstsäle. Im kreativen Chaos wird musiziert, vorgelesen, gebastelt, “speed-gedated” und verkauft – die Ankündigung des von Fanfaren begleiteten Marktschreiers zu Beginn des Mini-Doms stimmt: “Wir sehen schon der Leute Strom/ zum Basteln, Naschen, Spielen streben”. Von außerordentlich schmackhaften, hausgemachten Kuchen und Torten, frischen Waffeln bis hin zu herzhaftem Gegrillten gab es Essbares in Hülle und Fülle, dazu allerlei Getränke. Selbstgemachtes wurde, teils wunderschön präsentiert, mit viel Elan und Engagement angepriesen: “Kaufen Sie, das ist alles mit viel Liebe gemacht – naja, das dort ist mit etwas weniger Liebe gemacht, dafür ist es viel billiger!” Vieles war einfach nur schön, manches schön gemeint. Viele Aktivitäten spiegelten wider, was ohnehin zum Schulleben gehört, im normalen Betrieb allerdings durch den Unterricht behindert: Speed-Dating, Fühlspiele, Zielkrampenschießen. Letzteres übrigens im Vergleich zum Dosenwerfen wegen der Plastikbecher angenehm geräuscharm. Die Wiederbelebung einer vorübergehend schlummernden Tradition darf als geglückt bezeichnet werden, und auch wenn das ein oder andere noch optimierbar erscheint – so viel Aufregung und Freude in so wenig Raum schafft nur das Mini-Dom-Fieber.

Andreas Goletz de Ruffray