Archiv für den Monat: Juli 2012

„Sag nicht: Ich bin noch so jung“ (aus Jeremia 1,7)

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Mit einem Gottesdienst im Kleinen Michel begannen die Feierlichkeiten zur Verabschiedung unserer diesjährigen Abiturienten. Von der Selbstverantwortung, die aus der Selbsterfahrung erwächst, handelte die Predigt von Pater Adler SJ: Der Schulalltag sei ein Ort der Selbsterfahrung in vielen Bereichen gewesen, beispielsweise in der Wahrnehmung des vielfältigen religiös-spirituellen Angebotes von Gottesdiensten, Andachten, Besinnungstagen etc.; ob die angebotenen Impulse spürbare Bewegungen in einem ausgelöst haben oder nur als abzusitzende Dressurübungen empfunden worden sind, werde sich jetzt zeigen. Die Übernahme von Selbstverantwortung, den Schülern von Anfang an zugetraut, trete jetzt in ein neues Stadium. Der Satz, der nicht nur vom Propheten Jeremia Verantwortung fliehend gerne angeführt wird („Ich bin noch so jung!“), verliere jetzt deutlich an Gewicht. Vielmehr gelte es nun Selbstverantwortung konkret werden zu lassen und das in der Schule Erfahrene weiter zu tragen: im besten Falle, wie im Lukasevangelium (Lk 10, 1-9) zu hören, „Kranke zu heilen“, was so viel heißt wie gut zu den Menschen zu sein, das als guttuend selbst Erfahrene in die Welt zu tragen, es dort wirken zu lassen. Eine keineswegs bequeme Aufgabe, wie die lukanische Rede von den „Schafen unter den Wölfen“ eindrucksvoll vor Augen führe. Aus der Selbsterfahrung in die Selbstverantwortung, die letztlich auch immer eine Verantwortung für andere beinhalte. Biblisch gesprochen: „Ihr sollt ein Segen sein!“
Jürgen Brinkmann, Beauftragter für die Seelsorge an der SAS| kk