Archiv für den Monat: Oktober 2012

Von Karl zu Otto dem Großen

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Am Freitag, dem 26.10. besuchten die Klassen 7a und 7b gemeinsam die Ausstellung: “Otto der Grosse und das Römische Reich. Kaisertum von der Antike zum Mittelalter” in Magdeburg. Die museumspädagogisch auf die Schülerinnen und Schüler zugeschnittene Führung durch die Ausstellung schlug den weiten Bogen vom Prinzipat des Augustus über das christliche Kaisertum Konstantins des Großen hin zum fränkischen Kaisertum Karls des Großen und endete bei der Erneuerung der Kaiseridee durch Otto dem Großen. Sehr informativ fasst die Ausstellung die Themen des bisherigen Geschichtsunterrichts der Klasse Sieben zusammen und fokussiert diese auf Idee des Kaisertums. Dabei wird unter anderem die Architektur der kaiserlichen Inszenierung berücksichtigt. Die Hauptausstellungshalle ist einer Basilika nachempfunden. So bindet diese Ausstellung darüber hinaus andere schulische Fächer mit ein, wie Religion und – da es ja um das lateinische Kaisertum geht – ebenso auch Latein. Bei lausig kaltem, aber sonnigen Wetter konnte auch die weitere Zeit in Magdeburg von den Schülern genutzt werden. Insgesamt eine gelungene Sache.

Fjf

Linz

48b689bae8483e827264be0b34b153efSankt Ansgar – lebendige Schule im Netzwerk der ignatianisch geprägten Schulen im deutschsprachigen Raum. Nach Treffen in Kopenhagen (2009) und Dresden (2010) trafen sich heuer vom 24. bis 27. Oktober die Schulleitungen der ignatianisch geprägten Schulen im schönen Linz.Neben dem gastgebenden Aloisianum waren natürlich die drei ordenseigenen Kollegs Canisius (Berlin), Aloysius (Bad Godesberg) und St. Blasien verteten. Hinzu kamen die Schulen in ignatianischer Prägung: das St. Benno Gymnasium (Dresden), das Mauritius Gymnasium (Büren), das Kolleg Kalksburg (Wien) sowie die Sankt Ansgar Schule. Nach einem sehr interessanten Austausch über die an den Schulen erfolgten positiven Entwicklungen, aber auch Problemlagen stand die Perspektive einer nachhaltigeren Umsetzung der Ignatianischen Pädagogik im Vordergrund der Tagung. Ergänzt wurde das gedankliche Ringen durch ein sehr attraktives Kulturprogramm, das die Linzer Kollegen mit großzügiger Gastfreundschaft vorbereitet hatten. Da der Rektor des Kollegs St. Blasien, P. Mertes SJ, und der Rektor des Aloysiuskollegs, P. Siebner SJ, einige Jahre an der Sankt Ansgar Schule wirkten, kam auch der persönliche Austausch sowie die Erinnerung an gemeinsame frühere Tage nicht zu kurz.
Stz

Wie schön müssen wir sein?

fcc2043037e151b63f107b14adf0dda2Das 1. Semester sieht „Reasons to be pretty“ im English Theatre of Hamburg Hamburg-Hohenfelde, 26.10.2012. Und wenn ein Wort genügte, eine Liebe zu zerstören? Auf diese beunruhigende Annahme gründet Neil LaBute, ein erfolgreicher US-amerikanischer Gegenwartsdramatiker sein Kammerspiel „Reasons to be pretty“, das mit vier Schauspielern und minimalistischer Bühne auskommt. Stephanie verlässt Greg, weil dieser ihr Gesicht in Gegenwart einiger Freunde und in Alkohollaune nur „regular“ statt „pretty“ genannt hatte. Selbst mit Hilfe seines Freundes Kent und dessen Frau Carly gelingt es Greg kaum, Stephanie überhaupt zu einem klärenden Zusammentreffen zu bewegen, das dann aber kaum verheerender hätte enden können. Wie wichtig ist uns äußerliche Schönheit und was ist überhaupt „schön“? Beruhigend, dass unsere Schüler bei der Vorbereitung des Stücks im Unterricht Schönheit und Ausstrahlung zusammenbringen, dass sie die historisch-kulturelle Bedingtheit von Schönheitsnormen benennen und gelassen feststellen und englisch verbalisieren, dass der Mensch mehr ist, als sein Körper. So berührt die meisten LaButes Stück bloß tangential und sie hören es als „Soap im Theater“ oder als gute Gelegenheit, englische Schimpfwörter zu lernen.

Tatsächlich strotzt der Text von Derbheiten und Obszönitäten, von ritueller und entleerter Kommunikation so sehr, dass die angestrengte Stilisierung unüberhörbar wird. Dies mag für ein amerikanisches Publikum überraschend und entlarvend wirken, die materialistische Pervertierung menschlicher Beziehungen scheint dagegen in Europa kaum noch bühnenfähig. Die emotionale Distanz unserer Schüler und ihr Realitätssinn – „warum sind die beiden (Greg und Stephanie) eigentlich ursprünglich zusammengekommen?“ – dürften es ihnen aber erleichtert haben, den intensiv dargestellten und rasant gesprochenen Dialogen zu folgen und an den richtigen Stellen zu lachen. So setzt der Theaterbesuch unsere Tradition anregender Exkursionen ins Hamburger Kulturleben erfolgreich fort.

A. Goletz-de Ruffray