Archiv für den Monat: November 2012

Richtungsweisende Kooperation

242eeedf67d890045b56210ce4071f0aDESY unterzeichnet Kooperationsvertrag mit fünf Hamburger Gymnasien, darunter die Sankt-Ansgar-Schule. „Es ist symbolträchtig und richtungsweisend für die Metropolregion, wenn ein Großforschungslabor und fünf Schulen zusammenarbeiten“, sagt DESY-Direktor Helmut Dosch und betont, dass die Kooperation noch über das hinausgeht, was das DESY schon seit Jahren mit dem Schülerlabor physik.begreifen anbietet. „Das ist strategischer angelegt und ich bin sicher, es wird ein Erfolgskonzept.“ Sofern die beteiligten Lehrern einen langen Atem beweisen. „Die Dinge sind aufwändig und wahnsinnig kompliziert“, betont der Professor für Festkörperphysik. „Wir brauchen aber auch in der Zukunft die jungen Leute, die sich auf diese schwierigen Fragen vorbereiten.“

Professor Michael Kobel, Leiter des Netzwerks Teilchenwelt, der extra aus Dresden zu der Vertragsunterzeichnung angereist ist, lobt das Engagement und den Mut der Lehrkräfte, sich auf unsicheres Terrain zu begeben: „Sie beschäftigen sich hier mit Themen jenseits der Schulbuchphysik.“ Es sei nicht leicht, als Lehrer zuzugeben, dass man es nicht so genau wisse, aber gemeinsam mit den Schülern Antworten oder genauere Fragen finden wolle. „Aber das ist genau die Haltung, die Forschung ausmacht“, unterstreicht der Teilchenphysiker.

[...]Das Wahlfach Naturwissenschaft statt dritter Fremdsprache ab Klasse Acht bietet auch die Sankt-Ansgar-Schule. Dazu kommen außerschulische Angebote, wie Wettbewerbe, die Nano-AG oder eben der Schülerkurs Teilchenphysik: „Der Kooperationsvertrag mit dem DESY eröffnet den Schülern und Schülerinnen ganz hervorragende Möglichkeiten, das ist so etwas wie das Sahnehäubchen“, sagt Schulleiter Friedrich Stolze.

Eine seiner engagierten Schülerinnen ist Friederike aus dem ersten Semester. Vor einem Jahr hat sie den Schülerkurs Teilchenphysik belegt und auch schon Veranstaltungen im DESY-Schülerlabor besucht. Jetzt will sie sich als Tutorin bewerben, um im nächsten Frühjahr ans CERN zu fahren. Den Vortrag über die Teilchenphysik hat sie heute zum dritten Mal gehört: „Und jedes Mal verstehe ich ein wenig mehr.“Es ist ein Prozess aus Fragen, erstem Verstehen und Weiterfragen, der nicht aufhört. So wie die Grundlagenforschung am DESY.

Lesen Sie hier den ganzen Bericht von Deike Uhtenwoldt, Initiative NAT. Bild Thomas Rokos, Initiative NAT.

Was konnten sie tun?

7359cd2579fe0270a8de7eb5430b6f0cDer Hinweis kam von Pater Mertes SJ, heute Kollegsdirektor in St.Blasien. Als er noch in Berlin war, habe er in der Entwicklung einer Ausstellung mitgewirkt, die nun als Wanderausstellung durch Deutschland „reisen“ werde. Kurz entschlossen haben wir denn beschlossen, diese Ausstellung auch in der Ansgar-Schule zu zeigen. Die Fachbereiche Geschichte-PGW sprachen sich dafür aus, diese Ausstellung mit zwei weiteren „Bausteinen“ zu verknüpfen.

So holten wir die Ausstellung in Berlin im Bendlerbock ab: Sitz der Stiftung 20. Juli und der Gedenkstätte deutscher Widerstand. 25 Stellwände oder Banner, die in der Pausenhalle zu sehen waren. Auf ihnen wurden Menschen vorgestellt, die im Widerstand gegen Hitler in sehr unterschiedlichen Stellungen und mit sehr unterschiedlichen Mitteln protestiert hatten.

Der 6. November wurde zum Projekttag der 10. Klassen. Am Vormittag besuchten alle Klassen die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Vier Guides begleiteten unsere Schüler durch die Ausstellungen und im Gelände des Konzentrationslagers. Diese Begegnung mit den Spuren von Diktatur und Holocaust – ablesbar an Hunderten dokumentierter Einzelschicksale und einer überwältigenden Anzahl von Exponaten war für die Schüler zutiefst beeindruckend.
Am Abend lud Herr Sturm als Hausherr des Literarischen Cafés dann Schüler, Eltern und Kollegen zu einem Programm ein, das die Eindrücke des Vormittags abrunden sollte: Widerstand und Ethik, Lebensschicksale einzelner Widerstandskämpfer (Delp, Kolbe, Lübecker Märtyrer), Bericht über die Aktion „Wir putzen Stolpersteine“. Hier engagierten sich Schülerinnen und Schüler der zehnten und VS-Klassen, Herr Hamborg begleitete mit Zwischenspielen am Cello das Programm.
Am 13. November reiste die Ausstellung weiter nach Bremen, wo sie in der Konrad-Adenauer-Stiftung gezeigt wird.
Was konnten sie tun? Was können wir tun? Ausstellung und Projekttag konfrontieren uns nicht nur mit den Ereignissen der Geschichte. Indem wir zum Lernen die Schule verlassen, begegnen wir den Ereignissen und auch uns. Walter Klingenbeck ist gerade 17 Jahre alt. Als er in München-Stadelheim hingerichtet wird. Sein Delikt: kritische Nachrichten sammeln und mit selbstgebauten Radiosendern verbreiten. Auch Helmuth Hübener, ein Hamburger Jung, wird siebzehnjährig in Berlin-Plötzensee ermordet, weil er auf Flugblättern die Propaganda-Nachrichten der Wehrmacht durch Informationen von „Feindsendern“ korrigiert hat. Zwei Beispiele, die uns zeigen, dass Widerstand zuerst einmal eine Haltung des Widerstehens ist. Eine Position zu beziehen und für die Wahrheit einzutreten, den Schwachen beizustehen – Haltungen die immer aktuell sind. Auch heute.

Andreas Oettel | knud kamphues

Initiative NaT

a585fd713d442d48cb7f6b4f4fe06d86Die Initiative NaT vernetzt Hamburger Unternehmen, Organisationen, Schulen und Hochschulen mit dem Ziel, den naturwissenschaftlichen Unterricht praxisbezogener und gleichzeitig attraktiver zu machen. Sie ist Anstifter und Begleiter dieser Kooperationen, organisiert gemeinsame Projekte, Preise und Veranstaltungen und stellt den Informations- und Erfahrungsaustausch zwischen den Beteiligten sicher. Die NaT-Schulen profitieren von einem breiten Netzwerk. Die Kooperation mit Experten aus der Praxis ermöglicht es den Lehrern, ihren naturwissenschaftlichen Unterricht anwendungsbezogener zu gestalten. Schüler erhalten durch anschaulichen und praxisorientierten Unterricht Antwort auf ihre Frage: „Wofür sind Mathe, Physik, Chemie oder Technik überhaupt gut?“ Ob in der Schule, bei Werksbesuchen oder auf Exkursionen: Sie erleben, welche Möglichkeiten ihnen natur- oder ingenieurwissenschaftliche Studien- und Berufswege bieten. Experten aus Unternehmen und Hochschulen stehen ihnen bei der naturwissenschaftlich-technischen Berufsorientierung zur Seite.

Die Sankt-Ansgar-Schule kooperiert unter anderem mit DESY und CERN

Link zur Website der Initiative NaT: http://initiative-nat.de/