Archiv für den Monat: Januar 2013

Weihnachtsgeschenk

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Am Heiligabend erreichte mich die folgende Email:

My dear Catharina,Merry Christmas! Finally I succeeded in sending some photoes that were taken long ago when the desks and benches were made. I hope to send you more later. Thanks a lot for the wonderful way you organized the children to make a great collection for us.I remain,

Fr. Syriac Panjikran, S. J.
Den Dank von Pater Syriac gebe ich mit Freude an unsere Schulgemeinschaft weiter, die so fleißig für die Schulkinder und ihre neuen Klassenräume in Kerala gesammelt hat. Die Fotos sind das schönste Weihnachtsgeschenk, weil wir sehen können, wie durch unser aller Zusammenarbeiten “Zukunft für Kinder, Schule für alle” entsteht. Auch im neuen Jahr wollen wir in unserem Eifer nicht nachlassen, um unser Ziel zu erreichen – die 20.000 Euro für die Einrichtung der Schule in Thiruvananthapuram. Gutes Gelingen wünscht
C. Haarmeyer 

Synchronschwingen

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Auf der Wintersportreise der achten Klassen wird auch das Skifahren erlernt
Mitterbergalm, Januar 2013. Natürlich geht es ums Skifahren, wenn alljährlich je zwei achte Klassen gemeinsam auf Skiklassenfahrt gehen. Gut zwei Drittel der Schüler entdecken dabei, dass es unglaublich Spaß machen kann, auf zwei Brettern, die längst nicht mehr aus Holz sind, über verschneite Almwiesen zu Tal zu rutschen. Womit ein erstes Lernziel, ein philosophisches, erreicht wäre: homo ludens will sich aus allem einen Spaß machen. Ein zweites, ein theologisches Lernziel lässt sich erreichen, weil manchmal die berückende Schönheit des österreichischen Hochkönigsgebiets selbst Achtklässlern die hochtrainierten Sprechwerkzeuge lähmt – die Schöpfung verführt zum Spielen.

Homo ludens im Schnee

Nun zum konkreten pädagogischen Unterbau: Dass tatsächlich absolute Anfänger in acht Skitagen nicht bloß den Pflugschwung erlernen, sondern blaue, rote, oft schwarze Pisten (nur Bernd fuhr hartnäckig ausschließlich weiße) heil und kontrolliert hinunterkommen, ist der idealen Eignung des Hochkeils für Beginner und dem über Jahre gewachsenen Konzept der Reise zu danken. Täglich werden kleine Gruppen nach Fähigkeiten, Fortschritten und Kooperationsvermögen neu zusammengestellt und den Betreuern, älteren Schülern, Altschülern und Lehrern zugeteilt. Keine kommerzielle Skischule könnte es sich leisten, derart homogene Lerngruppen zu schaffen. Solch gemeinsames Lernen führt zu erstaunlichen Fortschritten, der Anfängerhang bekommt schnell das Etikett „Idiotenhügel“, die Bergwelt scheint zu schrumpfen und die Pisten werden ständig kürzer, es ist nicht mehr ehrenrührig, sich „hinzumaulen“, weil man eines gelernt hat: Wer nicht hinfällt, ist nur zu faul zum Aufstehen. Damit gilt fürs Skifahren, was auch fürs Fremdsprachenlernen stimmt – „risk-taking learners“ lernen schneller. Und es muss nicht immer an der Fahrtechnik liegen; auf die Frage, was er aus diesem Sturz lerne, antwortete Robert: „Brille putzen?“

Brille putzen?

Gut fürs Selbstvertrauen – jeder erlebt die eigene Lernfähigkeit: Ich kann jetzt (noch besser) Skifahren; und ich kann Zwiebeln schneiden (natürlich mit Skibrille); ich kann Waschräume putzen, den Tisch decken, sogar kochen. Die Dienste in der engen Selbstversorgerhütte sind so wichtig wie die Skigruppen. Gemeinsam tut man etwas für die Gemeinschaft und es macht sogar Spaß.

Die pädagogische Wollmilchsau

Die Reise hat das Potential zur pädagogischen Wollmilchsau. Und wenn jetzt noch lernwillige Schüler, verantwortungsbewusste Betreuer, unkomplizierte Kollegen und quasi perfekte Witterungsverhältnisse zusammenkommen wie auf dieser Fahrt, wird die Reise zum Wintermärchen und das Synchronschwingen gelingt nicht nur auf Skiern, sondern auch im gemeinsamen Hüttenleben.

Geschrieben im flauschigen Bioschneefall – und jetzt geht’s noch mal ab auf die Piste.

Andreas Goletz de Ruffray | Knud Kamphues