Archiv für den Monat: Februar 2013

Einladung zum Offenen Abend mit dem Elternrat

f31575472d838bae2d0b9935a6d90a52Liebe Eltern der Schülerinnen und Schüler der Sankt Ansgar Schule, möchten Sie wissen, was an der SAS alles so los ist? Haben Sie eigene Ideen oder Themen, die Sie gerne mit dem Elternrat in lockerer Runde besprechen wollen? Dann kommen Sie doch einfach zum offenen Abend mit dem Elternrat am Donnerstag, den 21. Februar 2013 von 19.00 Uhr bis maximal ca. 22.00 Uhr in die Pausenhalle der SAS Hier sind alle Eltern willkommen, die einfach Lust haben mit dem Elternrat oder auch mit Eltern aus anderen Klassen persönlich in Kontakt treten, Ideen oder auch Kritik äußern oder sich vielleicht in ein Projekt für die SAS einbringen zu wollen.

 

Unkopierbare Momente

f4e3de0f287051b00020e243ed9189a6Feier des Patroziniums der Sankt-Ansgar-Schule in der Hauptkirche St. Petri  Dienstag, 5. Februar 2013. Kann es – im Zeitalter der Digitalisierung, der Raubkopien und des Plagiats – noch unkopierbare Momente geben? In seinem Grußwort zur Feier des Patroziniums verwies der Schulleiter der Sankt-Ansgar-Schule, Herr Stolze, auf die Besonderheit dieser Messe, die es ohne die Gastfreundschaft der großen evangelischen Hauptkirche St. Petri nicht gäbe: Nur hier findet die gesamte Schulgemeinschaft, über 900 Schüler und 60 Lehrer Platz, um tatsächlich zusammen, an einem Ort, Gottesdienst zu feiern. Dieses Miteinander aber hat eine ganz eigene Kraft und Qualität, die jede virtuelle Gegenwart im digitalen Netz verblassen lässt. Unkopierbare Momente sind auch die Gottesbegegnungen jedes einzelnen, die so vielfältig sind wie Gott selbst, worauf Hauptpastor Störmer in seinem Grußwort aufmerksam machte: Wir können dem Schöpfergott, dem menschgewordenen Gott oder Gottes Geist begegnen. Dass es keine Garantie für solche unkopierbaren Momente, für Epiphanien, gibt, machte ein Dialog dreier Zweitsemesterschüler deutlich: Während Ida im Gespräch mit dem wiedergekehrten heiligen Ansgar (Can-Timo) die Glaubwürdigkeit religiöser Handlungen in der Moderne verteidigte, übernahm Annalina die Rolle der Zweiflerin, die vor der Erstarrung des Rituals in Routine warnte.

So stand über dem diesjährigen Patrozinium die gleiche Leitfrage wie über der Feier der 40. Ansgarwoche in Hamburg: Gott? Der Zelebrant, Pater Hermann Breulmann, S. J., griff zu Beginn seiner eindringlichen Predigt die im Hamburger Abendblatt wiedergegebene Antwort einer Ansgarschülerin auf diese Frage auf. Gott sei so etwas wie der Faktor X. Breulmann konkretisierte diese Definition bezogen auf die Lesung aus dem Buch der Könige: Dem lebensmüden Elia erscheint Gott als Engel der Geduld, der Fairness, der Ermutigung. Gott sei eine „Lebensmelodie“, die in jedem anders klinge, in jedem lebe. Man könne sie hören, wenn man nur das Leben ernst nähme wie ein Spiel, wenn man die Regeln des Spiels beachte, nicht zum Spielverderber werde. Besser als alle Pixelgebirge schienen diese einfachen, inneren Bilder die gesamte Schulgemeinschaft zu erreichen, deren gespannte Aufmerksamkeit greifbar war.
Gewohnt energisch begleitete der Organist Andreas Wilscher den Gesang, während – gleichsam als Kontrapunkt – Friederike zum von Herrn Rohr gesprochenen Dankes-Psalm die Harfe spielte. Wieder einmal ist die Feier des Patroziniums eine besondere Messe geworden, und um die Besonderheit des Tages auch außerhalb von St. Petri augenfällig zu machen, entschied sich der Winter heute, Hamburg noch einmal weiß zu überpudern.

Andreas Goletz-de Ruffray | Knud Kamphues

Wohin driftet Ägypten?

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Dr. Jacobs berichtet über Ägyptens schwierigen Weg nach der Revolution – Veranstaltung für die SchülerInnen des 2. Semsters und Vorsemesters am Freitag, d. 15.2.13 in unserer Aula Was wäre wenn….? Was wäre, wenn wir keine Augenzeugen oder Akteure des Geschehens in Kairo hätten? Wenn wir uns auf die Medienberichte verlassen würden…?
Heute erfahren wir aus erster Hand, was wirklich in Kairo im Revolutionsmonat Januar/Februar 2011 geschah und wie “das Heute” zu erklären ist. Die Meisten von uns verstehen die Hintergründe der Entwicklungen des sog. Arabischen Frühlings kaum. Deshalb haben wir den ehemaligen Leiter des Auslandbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kairo zu uns eingeladen. Dr. Andreas Jacobs hat zahlreiche Publikationen zu den Themenbereichen Nahostpolitik und europäisch-arabische Beziehungen veröffentlicht. Er und seine Mitarbeiter wurden vor einem Jahr aus Kairo über Zypern ausgeflogen, nachdem die Vertreter der ägyptischen Staatsanwaltschaft und bewaffnete Polizeieinheiten im Dezember 2011 die Büroräume der Stiftung in Kairo durchsuchten. Der Stiftung wird vorgeworfen, ihr Büro in Ägypten illegal zu betreiben, obwohl sie bereits seit über 30 Jahren vor Ort präsent ist. Neben der Konrad-Adenauer-Stiftung wurden 16 weitere internationale Nichtregierungsorganisationen durchsucht. Dr. Jacobs erklärt uns die Lebensumstände in Kairo und das unglaublich junge Ägypten, denn 50 Prozent der Bevölkerung sind unter 25 Jahre. Er belegt mit Veranstaltungsfotos die damals recht guten Kontakte zur Muslimbrüderschaft, die er als äußerst organisiert bezeichnet. Oftmals hat die Stiftung den Offizieren und auch den Imanen Seminare etwa über kommunale Selbstverwaltung und über Parteien ermöglicht. In Fragen, wie man eine Feuerwehr aufbaut oder wie man Wahlen organisiert, zeigten sich besonders die Imane sehr interessiert. Denn sie sind es, die von Jung oder Alt zuerst gefragt werden. “Was Imane vorschlagen, wird gemacht.” Das gelte für das Heiraten, Wählen, Reisen…. Die Kairoer Universität hat viele Kontakte mit den Verantwortlichen aus dem Militär ermöglicht. Fotos über die Bildungsarbeit beeindrucken. Bei allen Veranstaltungen waren Offiziere der Staatssicherheit zugegen, denn ” Ägypten ist ein Überwachungsstaat, die Staatssicherheit schickt zu allen Veranstaltungen ihre Beobachter.” Wie die Jugend mittels Facebook und iPhone in den Revolutionswirren den Panzern und Soldaten des Regimes entkam, das beeindruckte Dr. Jacobs sehr. Auf unsere Fragen nach der Zukunft gab uns der Referent klar zu verstehen, dass die an Seminaren interessierten Scheichs und Professoren z.b. auch die Themen `Frauenrechte, Reisefreiheit und Vereinsgründungen` besuchen wollten. Wohin driftet Ägypten? Dr. Jacobs erläuterte, warum Ägyptens Militär die Fäden in der Hand hält. Ob Tankstellen, Lebensmittelläden, Krankenhäuser: das Miitär hält seiner Auffassung nach die Macht in der Hand. Was wir agyptische Revolution nennen, sei vor 2 Jahren die Entscheidung des Militärs gewesen, Präsident Mubarak fallen zu lassen. Viele unserer Vorstellungen wurden durch den Bericht korrigiert. Wir sind gespannt, ob die Jugend Ägyptens die Politik ihres Landes wirklich demokratisieren kann.

 

Dr. Maria Meyer zu Natrup | knud kamphues