Kategorie-Archiv: Wettbewerbe

SAS-Band beim größten Schulmusikfestival Deutschlands

ff3e7d8738eb47aa5529beb24769b9a917. Bundesbegegnung „Schulen musizieren“ in Koblenz: Bigband der Sankt-Ansgar-Schule vertrat Hamburg auf Bundesebene

Wer zu der Bigband des traditionellen Sankt-Ansgar-Gymnasiums gehören will, die seit Jahren auf Podiumsplätze bei Hamburger Schulmusikwettbewerben abonniert ist und die 2012 in der Veranstaltungsreihe ‚Hamburger Schulen musizieren‘ besonders erfolgreich war, braucht genügend Luft, Einsatzbereitschaft und musikalisches Talent. Um allerdings ein so hohes Niveau in einem Schulorchester halten zu können, das mit jedem Abiturjahrgang gute Musiker verliert, ist außerdem der lange Atem des kompromisslos engagierten Leiters der Band unerlässlich. Raimund Joppich gelingt diese Quadratur des Kreises seit Jahren und die von ihm garantierte Beständigkeit im Wandel ist jetzt mit einer Einladung des Verbandes Deutscher Schulmusiker e. V. zur 17. Bundesbegegnung „Schulen musizieren“ in Koblenz belohnt worden. Vier Tage lang kamen Schulorchester und Bands aus allen Bundesländern zusammen, um Workshops abzuhalten, Konzerte zu geben und auf der Open Air Bühne aufzutreten. Die Teilnahme an diesem größten schulmusikalischen Festival Deutschlands mit rund 1000 Musikern wurde nicht nur für jedes einzelne Bigband-Mitglied ein herausragendes Erlebnis, sondern machte auch den Namen Sankt-Ansgar-Schule in der Schulmusik auf Bundesebene bekannter.

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Orchestrale 2011

5a330ae54ebc653617514c22c44bd792Am 28. und 29. Mai fand zum inzwischen achten Mal die „Orchestrale“, der Landesorchesterwettbewerb für die Freie und Hansestadt Hamburg und Schleswig-Holstein statt. Teilnehmen können Orchester und großbesetzte Ensembles aller Art, z. B. auch Akkordeon- und Gitarrenorchester. Der Wettbewerb wird alle vier Jahre veranstaltet und besitzt so eine lange Tradition.
Unsere „SAS-Big-Band“ nahm natürlich am Wettbewerb teil und wurde mit einem 2. Platz bewertet. Darüber hinaus nahm Jannick Piskorski, ein Schüler der Sankt- Ansgar-Schule, in einer anderen Kategorie des Wettbewerbs teil. Denn neben der mit Abstand musikalisch einflussreichsten, Erfindung des 20. Jahrhunderts, dem Jazz, ob nun gut oder nicht möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen, gibt es natürlich noch den in Ehren gehaltenen Bereich der Musik, den man Klassik nennt. Jannick ist Mitglied im Jugendkammerorchester „Coole Elbstreicher“, das von Gesa Riedel, einem ehemaligen Mitglied des berühmten Klavierquartetts „Salut Salon“ geleitet wird.
Die „Coolen Elbstreicher“ erlangten, jetzt schon zum dritten Mal in Folge, den 1. Platz in ihrer Kategorie. Doch womit? Wie schafft es Gesa Riedel ein Orchester, welches aus Kindern in dem Alter von 5(!)-18 Jahren besteht, wobei das Durchschnittsalter bei 11 Jahren liegt, so aufzustellen, dass es drei Mal hintereinander die Jury, die aus professionellen Dirigenten und Musikern besteht, verzaubert.
Schauen wir uns doch mal das Programm an: Beginnend, wie immer bei den Coolen Streichen, mit einem von Gesa Riedel selbst arrangierten Fassung der Filmmusik aus dem Film „Fluch der Karibik“, folgte das einzige nicht arrangierte Stück, der 1. Satz aus „Dem Frühling“ von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Das dritte Stück und wohl das Highlight des Programms bildete ein Kammerorchester samt Cello- sowie Saxophon-Solo arrangiert Fassung von Astor Piazzollas „Milonga del Angel“ samt Auszüge aus Astors „Leitmotiven“, so zum Beispiel ein von dem Hauptmotiv aus „Oblivion“ stammendes Klaviersolo. Hinzu kommt noch eine vereinfachte Version des 1.Satzes aus dem 3. Brandenburgisches Konzert von J. S. Bachs. Letztere Bearbeitung wirft nicht nur bei Puristen, wozu möglicherweise auch ich zähle, starke ethische Fragen auf. Den Abschluss machte ein Medley aus verschiedensten berühmten Filmmusiktiteln.
Die Coolen Elbstreicher sind, wie man es aus dem Programm vieleicht schon erkennen kann, kein traditionelles sinfonisches Orchester. Vielmehr ist es ein Gemeinschaftsprojekt, mit dem Ziel, die Kinder durch aktives Musizieren zu fördern, d. h. ältere Kinder mit jüngeren Kindern zusammenzuführen. Die Musik als Mittel zur Erziehung zu nehmen, ist vielleicht eines der nobelsten Funktionen, die jene erfüllen kann. Und zu all diesen Punkten kommt der in Gesa Riedels Augen, vielleicht musikalisch sowie pädagogisch wichtigste Punkt noch hinzu: Musik soll Spaß machen. Und ich als Mitglied der Coolen Elbstreicher kann definitiv sagen: Das tut Sie.
Denn ob man nun mit seiner Violine das berühmte Gewitter im Frühling aufziehen kann oder nur zwanghaft versucht , eine Lehre Saite im Schlussakkord rechtzeitig zu treffen zu treffen: Die Coolen Streicher nehmen jedermann auf, wenn er sich dazu bereit erklärt, die Noten auswendig sowie ohne Dirigenten, die Markenzeichen der Coolen Elbstreicher, spielen zu können. Und in diesem Sinne kann man sagen, dass die Coolen Elbstreicher immer nach neuen „Coolies“, wie Gesa sie nennt“, sucht.
Für mich endet nach diesem Schuljahr die Mitwirkung an diesem musikalischen Gemeinschaftsprojekt, denn ich möchte versuchen, in ein sinfonisches Orchester zu kommen. Ganz oben auf der Wunschliste steht das Landesjugendorchester Hamburg, eines der führenden Jugendorchester Norddeutschlands. Und die Coolen Elbstreicher haben mir wahrscheinlich erst den Mut gemacht, diesen Weg zu gehen. Für mich steht also klar: Projekt geglückt!

Raimund Joppich